Oktober 11th, 2013,  | 0 Kommentare
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Das Borefts Festival wird von De Molen organisiert und findet in der Brauerei, dem Restaurant und dem Parkplatz der Fabrik gegenüber statt. Das klingt jetzt noch nicht so wahnsinnig prickelnd, aber ein Blick auf die Brauereiliste lässt einem vor Freude übersprudeln: 30 Brauereien servieren 120+ Biere. Challenge accepted.Nun, wir waren zu sechst und haben diese Herausforderung buchhalterisch strukturiert und effektiv organisiert angegangen. Das heisst: Keiner bestellt ein Bier das jemand zuvor schon hatte. Jeder probiert alles. Und ja, probiert wird übrigens in edlen und schönen Gläser – nix Plastikbecher. Und noch unglaublicher: überall standen Seifenzylinder und Ausspritzvorrichtungen herum, so dass nach jedem Probieren das Glas fachmännisch gereinigt werden konnte. Das zeigt den Respekt vor dem Getränk das hier probiert wurde und sollte eigentlich an jedem Festival zur Mindestausstattung gehören.

Doch nun zum Bier oder besser deren Brauereien: Mikkeller, To Øl, Emelisse, Jopen, The Kernel, Brewfist, Toccalmotto, Struise, Naparbier, Närke und natürlich De Molen. Die Liste ist grossartig und so waren auch ein paar Biere grossartig: Das Kollaborationbier von Thornbridge und S:t Eriks, ein Raspberry Stout war schlicht und einfach hervorragend. Amagers Xiquic & The Hero Twins, eine Kollaboration mit Cigar City und De Molen’s Zure Kersen Bom gefielen auch der Mehrheit unseres halben Dutzends.

Abgefallen sind dafür alle IPAs oder Ales mit wenig Alkohol (also Mikkeller’s Drinkin‘ The Sun und Emelisse 2.5). Die schmeckten wie wenn jemand einen Hopfenteebeutel zu lange im Wasser hat stehen lassen. Warum: Wahrscheinlich weil die Malz-Balance fehlt. Der Alkohol kommt von der in Zucker umwandelten Stärke im Malz. Fügt man dem Bier also weniger Malz hinzu um den Alkohol tief zu halten, dann kommt scheinbar kein grossartig, einzigartig hopfiges Bier dabei heraus, sondern eine knarrig bittere Pfütze. Liebe Brauer, stimmt diese Interpretation?

Ebenso spannend waren alle Biere welche exklusiv für das Festival gebraut wurden. De Molen gab vor ein Bragget zu brauen und was das ist, kann hier nachgelesen werden. Auch Teil des Festivals war ein Abendessen, für das mit Bier gekocht und spezielles Bier gebraut wurde. Das passte auch mehrheitlich recht gut, aber der Ausschank aus Pitchern war dann doch ein Stilbruch und tötete jegliche Kohlensäure. Auch passte das Stout wohl besser zum Schokoladenkuchen als zur Apfelwähe.

Nun, 120+ Biere war die Vorgabe. Unser Sechserteam hat lediglich 65 geschafft. So gegen 20.00 Uhr liess dann auch die Disziplin nach und plötzlich lösten die sicheren Werte die Experimentierfreudigkeit ab.

Aber schön war’s in Bodegraven.

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