März 16th, 2014,  | 0 Kommentare
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Wenn die USA das gelobte Bierland sind, dann ist San Diego eines der Mekka (zusammen mit Portland, Region um San Francisco und Denver). Der Grossraum San Diego hat an die 60 Brauereien und mit Stone, AleSmith, Green Flash oder Lost Abbye ein paar sehr klingende Namen. Das Entdecken der Bierszene wird dem Touristen einfach gemacht und Bier wird als bedeutender Touristenmagnet anerkannt. Es gibt das lokale West Coaster Magazin und verschiedene organisierte Biertouren.Die Biertour haben wir bei brewerytoursofsandiego.com gebucht und weil niemand sonst an jenem Samstag Durst hatte, waren wir zu zweit. Unser Guide merkte dann schnell, dass wir ein ehrliches Interesse an Bier haben. In jeder Brauerei hiess es dann „Let’s do half pours, because these guys really care“. Das heisst, wir bekamen zwar nur die Hälfte von jedem Bier, aber dafür doppelt so viele Biere zum Probieren. Das war zwar toll, gleichzeitig erhöhte es die Geschwindigkeit und reduzierte die Gemütlichkeit. San Diego ist gross und die Brauereien sind nicht im Stadtzentrum. Zum Glück war der Bus bequem.

Die Erfahrung selber war beeindrucken und anstrengend.

Ballast Point Brewing Company
Der ehemalige Arbeitsplatz unseres Guides. Hier erklärte er den Brauprozess, zeigte hinter den Kulissen die Gärtanks, das Hopfenlager sowie die Abfüllanlage. Interessant zwar, aber wegen dem gestopften Programm blieb nicht wirklich viel Zeit um vertiefte Fragen zu stellen. Der Guide war auch kein Brauer, so dass er nicht jede Frage umfangreich beantworten konnte. Gleichzeitig lockte auch der Taproom. Dieser war schnell belebt, einerseits von Leuten die sich Growler auffüllen liessen und andererseits von anderen Brauereiführungen.Die Biere bei Ballast Point waren hervorragend und im Nachhinein gefiel diese Brauerei am besten. Der Hopfen im Bier schmeckt beeindruckend frisch. So schmecken IPA nicht mehr, wenn sie bei uns ankommen. Das „Indra Kunindra“ ist ein  hervorragendes Currybier, das unglaublich schön balanciert ist, würzig, samtig und mit einer mehrschichtigen Geschmacksmahlzeit. Probiert haben wir: Copper Ale, Fathom India Pale Lager, Indra Kunindra, Sculpin IPA, Sextant, Victory at Sea Coffee Vanilla Imperial Porter, und Wahoo White (aka Wahoo Wheat Beer).
AleSmith Brewing Company
Die Brauerei, gerade eben als bestbewerteste Brauerei auf Ratebeer.com verkündet, wirkte erstaunlich klein. Der Taproom ist spärlich ausgestattet und wie Ballast Point in einer Industriezone, weit, weit weg von der Deutschen Biergartengemütlichkeit. AleSmith braut weniger Biere als die anderen Brauereien auf der Liste, dafür machen sie diese wenigen Biere wirklich sehr gut. Das weltklasse „Speedway Stout“ schmeckt „on tap“ gigantisch, mit den Kaffee, Vanillesüsse, zärtliche Schokolade und versteckt dabei die 12 Prozent Alkohol besser als sich Yeti seit Jahren versteckt. Auch das „Barrel Aged Nut Brown“ steigerte den flüssigen Nutella-Charakter und war gigantisch. Ausserdem probiert haben wir: Decadence, Horny Devil, Lil Devil, Not Brown Ale, Nut Brown Ale (Barrel Aged), Old Numbskull, Speedway Stout, X Extra Pale Ale und YuleSmith (Winter).
San Diego Brewing Company
Der Guide hat uns vorgewarnt, dass diese Brauerei hauptsächlich deswegen besucht werde, weil man hier essen kann. Die Biere fielen dann auch ab und es war schon fast eine Strafe, nach diesen Weltklassebrauereien eine Brauereibar zu besuchen, die mittelmässiges Bier und mittelmässiges Essen servierte. Die Bar ist eine typische Sportsbar, einfach mit dem Unterschied, dass man hier 30 Biere on Tap kriegt, die meisten davon nicht selber gebraut. Es ist aber schon fast unglaublich, welche Auswahl es an Zapfhähnen in einer Sportsbar ausserhalb des Stadtzentrums bekommt. Ja, es gibt Bud Light und Coors Light, aber auch Affligem Noel, Alpine Pure Hoppiness, Bear Republic Hop Rod Rye, Delirium Tremens, Fuller’s ESB, New Belgium Ranger IPA, Petrus Oak Aged Red, Sierra Nevada Beer Camp #94 Belgian Style Black IPA, und so weiter und so fort. Wir hielten uns aber an die eigenen San Diego Brewing Biere. Keines der Biere war schlecht aber auch keines hervorragend: Callahan Blueberry Wheat, El Hefe, Glasgow Kiss, Grantville Gold, Infinitude IPA, Old Nick’s Holiday Fix 2013, San Diego Amber und SDXP.
Mission Brewery
Unterdessen arbeitete unser Guide nicht mehr bei Ballast Point sondern bei Mission. Also fragten wir ihn, ob er uns nicht dort absetzen kann. Das war also nicht mehr Teil der Tour bei der alle Biere und das Essen inbegriffen waren, sondern ein Bonus Track sozusagen. Die Brauerei ist in einer alten Wonder Bread Fabrik und hat den rustikalen Charme behalten. Viel grösser als die anderen drei Taprooms, war diese Brauerei gleichzeitig auch die belebteste (wobei unterdessen auch eine Bierfreundlichere Tageszeit war). Der Gaumen war unterdessen etwas angeschlagen und der Magen auch schon recht voll, so dass der Bonus Track zum Kilometer 25  bis 35 in einem Marathon wurde. Die Biere waren aber gut, obwohl nicht AleSmith oder Ballast Point gut. Probiert haben wir: Cascade Pale Ale, IPA, Carrack, Dark Seas, Dark Seas (Bourbon-Barrel Aged), Hefeweizen, Robust Cherry Porter und Shipwrecked.
Stone Brewing Co. – Liberty Station
Wenn man in San Diego ist, muss man natürlich auch bei der Stone Brewery vorbei. Der Standort Escondido hat unterdessen Kultcharakter, wurde von Brewdog als einer der 10 besten Orte zum Bier trinken erkoren. Trotzdem besuchten wir die Liberty Station, den zweiten und neueren Standort. Das Lokal ist gigantisch. Mit den Aussen- und Innenplätzen haben hier wohl mehrere hundert Personen Platz. An den Zapfhähnen gibt es um die 40 Biere, dabei die bekannten Stone Biere wie Arrogant Bastard, aber auch Kleinmengenbiere welche im Lokal selber gebraut werden (die Brauer haben die Möglichkeit in den Restaurants auf kleineren Anlagen Rezepte auszuprobieren). Gleichzeitig hat es auch noch eine Bottle List, wo sich auch Schweizer Namen darauf befinden und welche dann auch den motiviertesten Biertrinker überfordern. Hier gibt es auch „kleine Portionen“, aber leider nicht Probierportionen. Deswegen ist die Liste der getrunkenen Biere hier kürzer als bei den anderen Brauereien: Stone Lost City Of Liquid Gold, Stone Rye-Son, Stone Stripped Away IPA sowie von The Bruery Hottenroth und Ritual Single Rye IPA.

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