April 23rd, 2014,  | 1 Kommentar




Am Anfang zu diesem, unserem ersten gemeinsamen Brautag, stand ein wahrer Gedankensturm an Ideen, Zutaten und Methoden. Konsens fanden wir dann darin beim ersten Sud noch nicht alle Grenzen des guten Geschmacks zu sprengen und uns auf ein eher einfaches Rezept ohne Overkill an Zutaten zu beschränken. Zur Zeit der Rezeptschreibung wurden die Blutorangen durch die Grossverteiler gerade in Unmengen unter die Leute gebracht, sie waren also Saison. Als Basis wählten wir ein solides IPA Rezept. Diesem wollten wir, neben anderem, den noch nie verwendeten Pacific Jade Hopfen beigeben. Und natürlich kurz vor Schluss des Kochens noch eine ordentliche Portion der Aktions-Blutorangenschalen reinkippen. Eins vorweg; es gab wohl noch nie einen Vitamin C reicheren Brautag als den unseren. Mussten wir doch je etwa 4 Orangen verspeisen. Pacific Jade haben wir gewählt weil er, laut Beschreibung, neben seinen Qualitäten als Bitterhopfen auch Aromen nach Citrusfrüchten und schwarzem Pfeffer mit bringen soll. Eine ganz vortreffliche Kombination mit den angestrebten Orangenaromen, wie wir denken. Dazu noch ein paar Aromahopfen, die gerade noch tiefgekühlt vorrätig waren. Nach ein paar konsultierten Berichten über Probleme bei der Zugabe von frischem Orangensaft im Sudhaus und/oder in der Erstvergärung verzichteten wir gerne auf dieses Experiment und die eventuell auftretenden Galle-Aromen.Hier das Rezept:
(wer an mehr Detailinformationen interessiert ist, einfach den Kontaktknopf betätigen)

Ausschlagmenge: 19 Liter
errechnete OG: 1.065
errechnete FG: 1.012
errechnete IBU: 63
erechnete EBC: 32

Malz:

Pale Malz 4.00 kg
CaraAmber 0.60 kg
CaraAroma 0.40 kg
Roggenmalz 0.80 kg

Hopfen:

Pacific Jade 20 g 60 Min
Citra 8 g 60 Min
Simcoe 8 g 60 Min
Pacific Jade 8 g 15 Min
Citra 8 g 15 Min
Pacific Jade 28 g 1 Min
Simcoe 12 g 1 Min

Andere Zutaten:

Blutorangenschalen von 8 Orangen

Nach dem Kühlen der Würze überliessen wir die Arbeit der SafAle S-04.

Nach 10 Tagen Erstvergärung haben wir das Bier dann von der Hefe abgezogen und mit einem Liter „Orangensirup“ (Aufguss von Orangenzeste und etwas Zucker) in die zweite Gärungsrunde geschickt. Nach weiteren 3 Wochen (ja der Brauer war faul…) wurde das Bier in Flaschen gefüllt und reift nun kühl gelagert aus. Wir harren in froher Erwartung!

Cheers und gut Sud!

 

Verkostungsnotizen (26.05.2014):

Nachdem wir das Bier in Abständen nun zum dritten Mal gemeinsam verkosten, können wir feststellen, dass zwar immer noch ein schönes Orangenaroma aus dem Glas steigt, dieses war aber beim frischeren Bier noch intensiver. Der Geruch hat sich unterdessen eher in Richtung blumig entwickelt, man könnte sogar eine leichte Seifigkeit bemerken. Es ist schwierig zu unterscheiden, wieviel Einfluss der verwendete Pacific Jade Hopfen auf das wahrgenommene Citrusaroma hat, die schöne Bittere ist aber im Mund angenehm festzustellen. Im Mund merkt man auch den beigegeben Roggen, eine gewisse Herbheit und eine feine Tendenz Richtung Sauer. Das Bier zeigt eine schöne Balance zwischen Vollmundigkeit und Bittere.
Leider im Abgang auch leicht ethanolischer Beigeschmack, welcher noch stärker hervortritt, wenn das Bier warm wird. Die Farbe ist wohl eher auf der zu dunklen Seite für ein IPA.

One Comment

  • Chris sagt:

    Das tönt ja richtig fein, wobei ich bei meinem letzten IPA mit Pacific Jade feststellen musste, dass der gewünschte Geschmack nicht gekommen war…. Bin gespannt auf eure Verkostung und weitere Inspirationen!

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.