Juli 27th, 2015,  | 0 Kommentare
Kentucky Sausage Fest von Amager und Against The Grain, My Name is Ingrid von BrewDog, Mexican Cake von Westbrook, Imperial Donught Break von Evil Twin und wie sie alle heissen. Bier und Brauereiname sind neben dem Logo essentielle Bestandteile jeder Bieretikette.

Der Kreativität sind dabei eigentlich keine Grenzen gesetzt. Eigentlich, denn oft wird auch heute noch bei Neugründungen auf den Ort, die Region bzw. das Land Bezug genommen. Oder der Name des oder der Gründer muss für den Brauereinamen herhalten. Komplette Fantasienamen sind weiterhin eher selten, bekannte Beispiele sind unter den oben genannten BrewDog und Evil Twin oder auch Lost Abbey, Crooked Stave und Trois Dames.

Brauereiname gesucht

Dass es trotz des eigentlich unerschöpflichen Fundus von Brauereinamen zu Mehrfachverwendung ein und desselben Namens kommen kann, ist spätestens seit dem Fall Budweiser Anheuser-Bush(USA) vs. Budweiser Budvar (CZ) bekannt. Die beiden Brauereien bekämpften sich über Jahre vor Gericht, beide mit dem Anspruch, den Namen Budweiser für sich alleine verwenden zu können. Die Lösung: Budvar darf in Europa aufgrund der Herkunftsbezeichnung ihr Bier als Budweiser verkaufen, dafür darf Anheuser-Bush in den USA aufgrund des älteren Eintrags des Markennamens ihr Bier als Budweiser vertreiben. Die Tschechen verkaufen stattdessen ihr Bier dort unter dem Namen Czechvar, die Amis ihr Bier hier als Bud.

Es gibt weitere solche Beispiele. So gibt es zwei Epic Brauereien, eine in Auckland, Neuseeland und eine in Salt Lake City, USA. Oder gleich um die Ecke gibt es mehrere Feldschlösschen Brauereien. Neben der uns bekannten in Rheinfelden noch mehrere in Deutschland, namentlich in Hammwinkel, Braunschweig, Dresden, Minden und Ludwigshafen.

Es überrascht entsprechend wenig, dass, wenn es schon Brauereien mit gleichem Namen gibt, der Apfel bei den Biernamen nicht weit vom Stamm fällt. Wer z.B. in Untappd „Gold Digger“ eingibt erhält mehr als 8 verschiedene Biere mit demselben Namen. Ein anderes Beispiel ist auch „Cristal“, ein Biername den Brauereien aus Peru, Chile und aus Kuba verwenden.

Biernamen sind Gold wert

Gerade in den USA mit mittlerweile mehr als 3‘000 Brauereien und Brewpubs wird es immer schwieriger, einfache, einprägsame und nicht vergebene Namen für neue Biere zu finden. Als vergeben zählen Namen, welche bereits von anderen Brauereien beim U.S. Patent und Trademark Office (USPTO) registriert sind. Die Zahl der registrierten Biernamen wird auf ca. 30‘000 geschätzt, offizielle Zahlen gibt es keine.

Im härter werdenden Wettbewerb zwischen den Craft-Brauereien in den USA kommt es deshalb immer wieder zu rechtlichen Streitigkeiten. So verklagte SweetWater Brewing Co. die Brauerei Lagunitas, weil sie in der Gestaltung ihrer Etiketten die Zahl 420 verwenden. Der Name eines Bieres, das SweetWater produziert. Ein anderes Beispiel ist New Belgium Brewing, welche gegen Oasis Texa Brewing Co. vorging, weil letztere den geschützten Biernamen „Slow Ride“ verwendete.

Doch Kreativität ist besser

Dass sich Brauereien nicht immer gleich verklagen müssen, zeigt das Beispiel der Brauereien Avery und Russian River. Beide brauten ein Bier namens Salvation. Statt sich jedoch vor Gericht für viel Geld zu bekriegen, einigte man sich bei einem Bier darauf, ein Blend zu machen und zu verkaufen. Die Idee fand Anklang und es wurde viel über „Collaboration not Litigation“, wie der Blend heisst, geschrieben. Damit landeten nicht nur das Bier sondern auch beide Brauereien auf dem Radar von Bierliebhabern und das Geld in der Kasse der Brauereien statt in den Taschen der Anwälte.

In Europa gibt es übrigens zwei Möglichkeiten, den Namen eines Biers oder einer Brauerei zu schützen. Entweder auf nationaler Ebene pro Land. Oder über ein sogenanntes Community Trademark, welcher den Namen in der ganzen Europäischen Union schützt. Nicht EU Mitgliedstaaten wie die Schweiz müssen dann jedoch trotzdem noch einzeln eingetragen werden. Ein Versuch mit dem Namen BewDog Punk IPA in der Trademark Suche zeigt jedoch, dass der Schutz von Biernamen in Europa wohl weniger konsequent angestrebt wird, als in Amerika. Punk IPA ist nämlich nur in einem Land als geschützter Begriff eingetragen, in Amerika. Die Marke BrewDog hingegen ist auch in Europa und darüber hinaus geschützt.

Dies alles mag mitunter ein Grund sein, dass Biere klingende Namen wie Siberian Black Magic Panter, DORIS the Destroyer, Bearded Lady Pedro Ximenez oder eben Kentucky Sausage Fest erhalten. Diese sind nicht so naheliegend, deshalb nicht vergeben und lassen sich einfacher schützen. Andererseits könnte es auch daran liegen, dass die Brauer einfach schon ein Glas Mexican Cake zu viel getrunken haben.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.