April 2nd, 2016,  | 0 Kommentare
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Was braucht es in Kopenhagen ganz dringend? Eine anständige Bar und ein brauchbares Restaurant.

The english version of this post is here.

In diesem Witz schwingt tatsächlich eine gewisse Portion Eifersucht mit. Weil Kopenhagen eindeutig schon über eine Unmenge an grossartigen Bars und Restaurants verfügt. Wenn jemand nun also Pläne schmiedet, ein weiteres solches Etablissement zu eröffnen, sollte der besser mit der grossen Schaufel anrühren oder wird wohl Gefahr laufen zu scheitern. Er sollte es es wie To Øl das mit BRUS machen – BRUS ist die Dänische Bezeichnung für die brausende Eigenschaft von Kohlensäuregetränken: “BRUS ist ein 750m2 grosser Rohbau. Hier wird produziert, gebraut, abgefüllt, gekocht, gegessen und getrunken“ erklärt Tobias Jensen, die eine Hälfte von To Øl, die andere Hälfte ist Tore Gynther. Zusätzlich wird es auch noch Shopping geben. Denn BRUS wird nicht nur eine Brauerei, einen Fasslagerkeller, eine Bar und eine Küche beherbergen, es wird auch einen Laden geben. Eine typische Nacht bei BRUS wird demnach wohl folgendermassen aussehen: „Unsere Biere werden offen und in Flaschen erhältlich sein, die Gäste jedoch auch ihren Apéro-Cocktail, Afterhour-Soda oder Snacks an der Bar, oder ein schönes Menü im Restaurant bestellen können. Die Leute werden in einer ästhetischen Umgebung sitzen, leckere Kreationen geniessen und wenn es, nach einem eventuellen kurzen Tanz auf den Tischen, Zeit ist nach Hause zu gehen, können sie sich noch im Bottleshop eine ausgewählte Flasche mit nach Hause nehmen“, sagt Tobias.

Der geneigte Blogleser mit einem Elefantenähnlichen Gedächtnis wird sich erinnern, dass Tobias gesagt hat, dass er nicht davon träumt eine eigene Brauerei zu besitzen. Das bringt uns natürlich zur Frage, warum sich das nun geändert hat: „Mit dem Aufbau von BRUS bekommen wir nun unsere allererste eigene Brauerei – wo neue Träume und Gebräue wahr werden können“ sagt er. Zusätzlich, mit dem Hintergrund als ehemaliger Gypsybrauer, plant er die Tore immer offen zu halten für andere Gypsybrauer und auch weiterhin ihren experimentellen Ansatz zum Bierbrauen beizubehalten. Jetzt bringen To Øl aber auch noch neue Käfer ins Spiel: „Wir werden neue Hefestämme verwenden, welche nirgends sonst zur Anwendung kommen. Das wird unseren Bieren neue Qualitäten und Charakteristiken verleihen.“

Während Bier genügend Nährwerte liefern soll, um einzig davon mehrere Tage zu überleben (aber bitte nicht ausprobieren), wird doch die Zeit kommen wo der Hunger ruft. BRUS hat vor kurzem, den geborenen Österreicher und Michelin-dekorierten Küchenchef, Christian Gadient engagiert. Er zeichnet sich verantwortlich für die Gerichte im hauseigenen Restaurant „Spontan“. Die To Øl-typischen Experimente werden auch in der Küche zum Einsatz gelangen: “natürlich haben wir uns einige Richtlinien gesetzt, aber ich möchte mich auch nicht einengen und sagen wir sind ein skandinavisches Restaurant, oder machen ausschliesslich französische Küche. Ich möchte einen weiten Horizont behalten und die kulinarische Welt weiter entdecken – wo auch immer das dann hinführen wird“ sagt der Küchenchef und deutet damit an, dass das einzige Konzept sein wird „alles kann sich ändern“.

Das eher bierige Konzept der Collaborations wird auch in der Küche passieren: Christian wird Köche von anderen Restaurants einladen, um mit diesen zusammen den Gästen neue Esserlebnisse bieten zu können. Welche sie natürlich mit einem passenden Bier geniessen werden können – Beer and Foodpairing wird Christian Gadient besondere Beachtung schenken – aber auch mit Wein, Cocktails oder den biologischen Sodas. Tobias erklärt das Letztere: „Wir wollten schon lange Sodas mit derselben Herangehensweise brauen, wie wir sie bei unseren Bieren schon pflegten: kleine Mengen, neue Geschmacksvariationen ausprobieren, etc.. Wir konnten dieses Projekt bis jetzt noch nirgends realisieren, aber mit unserem eigenen Standort können wir nun aus dem Vollem schöpfen und die Grenzen für handgefertigte Spezialdrinks ausloten.“

Es sieht so aus als würden mit BRUS gleich einige Träume wahr werden: Für die Leute die hinter dem Projekt stehen, aber nach BRUS‘ Motto zu urteilen („Die Mission von BRUS ist eine spielerische Umgebung für Bierliebhaber, Mikrobrauer, Tonicfans und Feinschmecker zu schaffen, ein Ort mit einem sich immer weiterentwickelnden Sortiment an Essen und Getränken“) potentiell auch für die Leute die es besuchen. Das Konzept weckt grosse Erwartungen und wie diese erfüllt werden, wird sich zeigen, sobald BRUS eröffnet ist. Das passiert während der diesjährigen Copenhagen Beer Celebration im Mai. Dann ist eine grosse Eröffnungsfeier geplant, um den „kräuselnden Spass-Funken“ in BRUS zu entzünden.

Die vollständigen Fragen und Antworten findet ihr hier.

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