April 13th, 2016,  | 0 Kommentare

Bierversuche_Logan-Plant_Beavertown_Photo-by-Tim-Sheahan

Aliens, Skelette, Biber mit Gammastrahlenpistolen. Gärtanks mit Bose-Kopfhörer. In der funky Biberstadt geht mächtig was und Beavertown wächst noch schneller als die Londoner Bierszene. Was Logan Plant zu einem stolzen Biber macht könnt ihr im Interview nachlesen.
Photo by Tim Sheahan

You can read the interview in english here.

Unsere fast schon traditionelle Eröffnungsfrage: Welches deiner Biere hättest du dem Beerhunter Michael Jackson serviert?
Meine Biere sind wie meine Kinder, ich liebe sie alle. Daher ist das eine harte Frage. Momentan bin ich sehr stolz auf Gamma Ray. Es ist irgendwie unser heroischer Anführer, unser Standardbier das unseren Motor schnurren lässt, macht es doch 45% unserer Produktion aus. Es wurde letztes Jahr in die Liste der Top 15 Pale Ales weltweit gewählt. Was doch erstaunlich ist, wenn man bedenkt wie gross die Konkurrenz in den USA und auch in anderen Ländern ist.

Warum ist Gamma Ray so erfolgreich?
In den ersten sechs Monaten unserer Brauerei haben wir ausschliesslich 8 Ball, ein Rye IPA, und das Smog Rocket, ein Smoked Porter, gebraut; das war das perfekte Biersortiment für einen Barbeque-Abend. Da ich Pale Ales liebe, wollten wir nach der Expansion ein üppiges, tropisches Bier brauen, fast so fruchtig wie ein Kinder-Fruchtpunsch.
Gamma Ray entstand aus einer Reihe von Experimenten. Hopfen sind grün, Gammastrahlen sind grün und dieses Bier ist so voller Grün, dass wir ihm nach dem dritten Versuch den Namen Gamma Ray verpassten. Vor 18 Monaten haben wir die neuen Designs und die Büchsen eingeführt. Es ist alles eine wunderbare Aneinanderreihung von gutem Bier, toller Grafik und der genau richtigen Verpackung. Das Bier repräsentiert alles wofür wir als Brauerei stehen.

Du hättest Michael Jackson also Gamma Ray serviert?
Ich bin ebenso stolz auf die Biere, die aus unserem Fassprogramm stammen, wie das Barrel Aged Sour Power. Das haben wir zusammen mit Mikkeller und Arizona Wilderness vor 18 Monaten gebraut. Die eine Hälfte des Suds haben wir frisch herausgegeben, die Zweite haben wir nun für 18 Monate in Fässern gelagert. Die erste Vergärung erfolgte mit der Dupont Saisonhefe, dann wurde es auf Johannisbeeren und Sauerkirschen gegeben und mit Brett Lambicus versetzt. Es ist sehr schön wild, leicht sauer und wunderbar fruchtig geworden. Ich bin sehr glücklich damit.
Die Wahl von einem Bier fällt mir schwer, aber wegen der Holzfasslagerung und des Vergnügens neue Charakteristiken entdecken zu können, würde ich Michael das Sour Power servieren.

Erzähl uns etwas mehr über diese Sauerbiere.
Die stammen aus einem neuen Programm, welches wir Tempus genannt haben. Tempus bedeutet ganz offensichtlich Zeit auf Latein. Alles hat mit Zeit in den Holzfässern zu tun. Getrieben wird das Ganze von gemischten Hefekulturen, wilder Hefe und der Verwendung von verschiedenen Holzfässern.
Wir haben momentan ungefähr 150 Fässer, und Sour Power ist ein schönes Beispiel für das was wir anstreben. Wir hatten schon immer auch Holzfässer in der Brauerei: Als wir begannen, hatten wir fünf oder sechs Whiskeyfässer in Gebrauch. Wir haben das Programm nun vergrössert und ausgelagert, weg von der sauberen Produktion. Das Programm läuft nun also in diesem Umfang seit 18 Monaten.
Es laufen viele Experimente: Wir haben viele Biere wo es beispielsweise vier Fässer mit gemischter Vergärung, sechs mit einer anderen Kultur und nochmals zwölf mit einer weiteren Kultur gibt. Wir werden, hoffentlich, in ein paar Jahren eine tolle Auswahl an verschiedenen wilden Bieren haben.

Und die werdet ihr in Büchsen abfüllen?
[lacht] Wir haben soeben eine neue Büchsenfüllanlage gekauft und denken darüber nach die Alte zu behalten. Es wäre grossartig damit Brett IPAs und Brett Pale Ales abzufüllen. Die Hopfen würden gut und frisch erhalten bleiben in den Büchsen.
Aber nein, wir füllen die wilden Sachen in Flaschen ab. Wieder in Flaschen abzufüllen wie früher und mit diesem Gebinde zu arbeiten und es zu gestalten, da freuen wir uns drauf.
Unsere Standardbiere und die Saisonbiere werden restlos in Kegs und Büchsen abgefüllt, jeweils ungefähr hälftig.

Wenn jemand da draussen also eine Beavertownflasche findet, ist die unecht?
Ausser es wäre eine sehr alte. Was wiederum bedeutet, dass das Bier unterdessen wohl schrecklich schmeckt. Und da wären natürlich dann noch die Flaschen aus dem Tempus Programm.

Ich sah eine Reportage, dass in Grossbritannien gefälschte Spirituosen im Umlauf sind. So wird ein billiger Rum produziert und dann in Baccardiflaschen gefüllt und an kleine Geschäfte verkauft. [Wurde ebenfalls auch mit teuren Weinen gemacht – red.] Das wird in Zukunft auch mit sehr seltenen und gesuchten Bieren passieren.
Wow, stell dir vor! Davon wusste ich noch gar nichts. Das ist durchaus beängstigend.

Manchmal fragen wir unsere Interviewpartner, wen sie für ein Interview nominieren möchten und welche Frage wir dann stellen sollen. Du wurdest von Tom von Brew By Numbers nominiert. Seine Frage: Wie gehst du mit dem Wachstum um?
[lacht] Indem ich mich mit guten Leuten umgebe. So würde ich das beantworten, Punkt. Alleine kannst du nichts erreichen. Zu unserem Team sage ich jeweils: Jeder ist ein Leader, jeden Tag sollte man stolz auftreten egal ob Bier gebraut, abgepackt oder verkauft wird. Jeder Teil ist wesentlich für Beavertown. Und da kommt es auf die richtigen Leute an.
Es war eine Wahnsinnsfahrt bis hierhin, und ich bin super glücklich mit den Leuten denen ich auf dieser Fahrt begegnet bin. Ich hoffe es geht noch lange so weiter.

Was sind die Diskussionen oder Entscheidungen während einer konstanten Wachstumsphase?
Für mich ist es wichtig zu wissen, dass wir immer noch machen können was wir wollen, bezüglich Qualität und Konsistenz.

Wir möchten wachsen und weiterhin in besseres Equipment, bessere Prozesse und verbesserte Methoden investieren. Auch neue Leute einzubeziehen, die andere Erfahrungen einbringen. Ich habe einen Heimbrauer-Hintergrund und brachte davon einige schöne Ideen mit, diese konnten wir in einige wirklich gute Biere umsetzen. Es geht also darum in die Zukunft und die Qualität zu investieren.

Seid ihr unterdessen zu gross um einen Qualitätsverlust wegzustecken?
Man kann nie zu gross sein solange die maximale Qualität erreicht wird und der Ethos und der Stolz auf was man macht erhalten bleibt.

Ich bin mir sehr bewusst, dass ich vor viereinhalb Jahren noch zuhause in meiner Küche gebraut habe. Dieses Jahr werden wir nun ungefähr 30‘000 Hektoliter Bier herstellen. Wenn ich dann aber nach Amerika auf Brauereien wie Dogfish Head, Stone oder Firestone Walker schiele – Brauereien zu denen wir hochschauen -, sind die verglichen viel grösser, produzieren aber weiterhin grossartige Biere. Brauereien wie New Belgium haben eine unglaubliche Grösse. Sie investieren aber alle darin ihre Qualität zu halten oder sogar noch zu steigern.

Was war für dich eine Offenbarung bezüglich der Brauindustrie?
Lass mich nachdenken. Vertrauen in uns selbst und in die Industrie zu haben. Zu wissen, dass wir als junge Brauerei uns in einem grösseren Markt ausdrücken können. Kürzlich haben wir die Produktion vergrössert: Wir haben die Kapazität vor ungefähr drei Monaten verdoppelt. Das ist ein riesen Schritt für uns.
Vor 18 Monaten haben wir an diesem Ort mit acht 120HL Gärtanks gestartet, jetzt haben wir 24 davon.
Die Offenbarung darin und auch in meinem Team ist zu wissen, dass wir diese riesen Schritte meistern können. Wir können noch weiter gehen und noch besser werden.

In Amerika ist der Taproom ein wesentlicher Teil einer Brauerei und spielt eine grosse Rolle im Erfolg. Erzähl uns von eurem Taproom.
Er hat Samstags von 14 – 20 Uhr geöffnet. Es gibt zehn Offenbiere und viel Spezielles im Kühlschrank. Es kommen gute Essensstände vorbei, wir spielen Spiele und Musik. Das ist ein wichtiger Teil von dem was wir sind, die Leute hierhin zu bekommen, zu zeigen wie wir ticken und um was es uns geht, sei es bezogen auf Bier, Musik, die Atmosphäre oder die Leute die hier arbeiten.

Könntet ihr den Taproom täglich öffnen?
Wir versuchten es und wir wollen den Taproom vergrössern, einen eigenen Platz vor der Brauerei aufbauen. Wir müssen mit dem Projekt aber zuerst noch einige Hürden nehmen. Bis dann bleibt uns der jetzige kleine Platz erhalten.
Wir werden aber unsere erste Bar in London innerhalb der nächsten sechs Monate eröffnen. Das wird eine gute Ergänzung zum Taproom. Es wird nicht nur die superfrischen Beavertown-Biere geben, sondern auch Biere von befreundeten Brauereien weltweit und das ganze Angebot werden wir mit einem schönen Menü abrunden.

Ein Restaurant habt ihr schon…
Ja, Duke’s ist der Ort wo Beavertown geboren wurde und unser Taphouse. Es läuft super und man kriegt dort das beste Barbeque in London. Sie haben einige unserer Biere im Angebot, aber die neuen Bars werden ausschliesslich mit Beavertown im Zentrum sein.

Jetzt hast du „Bars“ gesagt.
Ja [lacht]. Zum richtigen Zeitpunkt und wenn wir es uns leisten können. Wir möchte eine bis zwei Bars in London eröffnen und dann schauen, wo es uns hinführt.

Deine Biere sind nun auch in der Schweiz erhältlich [bei Beers’n’More – red.]. Wie wählt ihr eure Vertriebskanäle?
Wenn man so klein angefangen hat wie wir, war und ist es immer überlebenswichtig, die Biere an die richtigen Leute zu bringen. Leute die richtig über das Bier informieren können. Ich denke wir haben da einen guten Job gemacht.

Ihr habt ein Design das sehr auffällt. Erzähl uns etwas darüber.
Früher haben wir Künstler eingeladen um für unsere experimentellen Biere Etiketten zu entwerfen. Nick Dwyer, unser Designer, war einer von denen. Sein erstes Design war dasjenige für Black Betty, das mit den zwei Skeletten. Die zweite Etikette war diejenige für Gamma Ray. Als ich mich dazu entschieden habe, die Biere in Büchsen abzufüllen, habe ich die Etikette von Gamma Ray genommen und um eine Büchse gewickelt. Ich war überwältigt: Es ist unmöglich, dass man eine solche Büchse auf einem Gestell sieht, ohne dass man die Büchse genauer anschaut oder zumindest beachtet.
Nick war früher Kellner im Duke’s. Früher braute ich dort in der Küche und Nick hat bis zu seiner Schicht gezeichnet. So wurden wir Freunde. Bei seiner Kunst dreht sich alles um Skelette und ich bin ein riesen Fan von Day Of The Dead und psychodelischem Zeug. Hin und wieder zeigte er mir seine Zeichnungen und ich fand die grossartig. Nick gelingt es in seiner Kunst all das einzubinden, was ich liebe und worum es uns als Brauerei geht. Ihn zu treffen war einer von vielen wunderbaren Zufällen.

Hat er bei den Designs freie Hand?
Wir sitzen oft hin und besprechen Sachen. Zum Beispiel als es darum ging die Designs für unser Grundsortiment zu bestimmen, ging das über drei oder vier Monate, in denen wir Ideen verarbeiteten, uns neue Landschaften und Einflüsse eingefallen sind.
Entsprechend gab es während der Zeit viele Inputs. Jetzt stecke ich ihm hin und wieder eine Idee oder eine Inspiration. Doch Nick fallen so viele Sachen von alleine ein. Er ist beeindruckend.

Hat Jenn Merrick [die leitendende Brauerin von Beavertown – red.] freie Hand bei den Bieren?
Brauen ist bei uns eine Teamangelegenheit. Jenn hatte schon viele grossartige Ideen und mir fallen auch immer wieder Sachen ein, genauso wie den anderen Teammitgliedern. All diese Ideen legen wir offen, zerpflücken sie, setzen sie wieder zusammen und kreieren so ein Bier.

Wie läuft typischerweise eine solche Diskussion?
In etwa so: “Ich mag dieses Dessert, wie können wir das zu einem Bier machen?” Oder “Ich mag diesen Cocktail sehr, lass uns das in ein Berliner Weisse einfliessen”. Das ist jeweils eine ziemlich offene Diskussion.
Jenn hatte die Idee für Dr Jekyll & Mr. Hyde [die Collaboration mit To Øl – red.], ein Hefestamm aus dem zwei wurden. Da ist einerseits der McEwan Stamm und der Duval Stamm, welche wir in separaten Bieren verwendet haben. Also ein Charakter mit gespaltener Persönlichkeit.

Gibt es eine Debatte darüber, ob die Leute eure Biere aus der Büchse oder aus einem Glas trinken sollen?
Das kommt wohl darauf an wo du gerade bist und was du gerade machst. Ich liebe es aus einem Glas zu trinken, aber das liegt vor allem daran, dass ich gerne meine Nase ins Glas stecke und am Bier rieche. Gleichzeitig aber mag ich es auch sehr, Bier an einem Strand zu trinken, auf einem Berg, auf dem Fahrrad oder im Zug. Das muss man manchmal einfach.

Ich frage, weil The Alchemist sehr insistent ist was das anbelangt und darauf pocht, dass die Leute das Heady Topper Bier aus der Büchse trinken.
Interessant. Ich hatte bis heute noch nie ein Heady Topper. Das Focal Banger Bier hatte ich im letzten Jahr am Firestone Walker Festival. Das Bier war grossartig. Da ich selber dort ausgeschenkt habe, konnte ich vor allen Leuten in den Austragungsort. Das Bier habe ich aus einem Glas getrunken und war sehr glücklich darüber.

Du hattest noch nie ein Heady Topper?! [übrigens, auch das bierversuche Team noch nicht, schickt uns Bier! – red.]
Nein, bisher hatte ich noch nicht das Glück. Aber ich hatte es schon einmal in den Händen [lacht].

Aber du kennst doch die Leute.
Ja. Vielleicht. Es ist halt so eine Sache. Wenn ich dazu komme, dann werde ich das Bier probieren. Das Bier selber inspiriert mich, wegen dem Status den es erreicht hat. Wir haben uns näher mit der Hefe beschäftigt, von der wir glauben, dass sie verwendet wurde und wir arbeiten daran ein eigenes Bier zu brauen.
Wir hatten bisher noch kein ganz normales IPA in unserem Grundsortiment. Darum werden wir dieses im Sommer auf den Markt bringen und dafür haben wir mit dem Vermont Hefestamm und ein paar anderen rumgespielt. Das Bier inspiriert uns, selbst wenn wir es noch nie getrunken haben.

Dann hoffe ich, dass du als Resultat von diesem Interview eine Kiste zugeschickt bekommst.
[lacht] Das wäre natürlich grossartig. Ich sollte sie einfach ‘mal kontaktieren, ich hab die Visitenkarte und er scheint ein sehr netter Typ zu sein, angesichts der Videos die ich von ihm auf YouTube gesehen habe.

Bist du immer noch ein Beer Hunter oder warst du das einmal?
Das war meine Obsession seit ich zwanzig war. Wo auch immer ich hinreiste, habe ich immer Biere probiert und mir Notizen gemacht. Heutzutage beschränken sich meine Reisen hauptsächlich auf Reisen für Beavertown. Doch wo auch immer ich bin, probiere ich neue Biere zu finden.

Du nimmst an der Craft Beer Conference und der Copenhagen Beer Celebration teil. Du warst am Hunahpu Festival und auch am Tilquin Festival. Klingt jetzt nicht nach der schlimmsten Art von Reisen.
Pierre war so freundlich uns ans Tilquin Festival einzuladen, das ist grossartig! Aber als wir die Einladung bekommen haben, hatte ich meinen Flug in die USA bereits gebucht. Doch jetzt können ein paar von unseren Braueren hin und die freuen sich riesig darauf unsere Biere zu servieren.

Wie war der Hunahpu Day?
Ich war gerade mal für drei Tage da. Es war eine unglaubliche Erfahrung: 160 Brauereien, 400 Biere und Sonnenschein. Es war gigantisch!
Doch alles hat wunderbar funktioniert. Es fand in einem schönen Park statt, beim Fluss von Tampa und es war 27° C warm. Wir haben ein paar wirklich schöne Biere ausgeschenkt, die gut angekommen sind. Ich war ein sehr stolzer Bieber (Beaver in Beavertown bedeutet Biber – red.)

160 Brauereien? Das sind zu viele! Mir machen bereits die 70 Brauereien Angst, welche am CBC sein werden.
Oh, tatsächlich. Ich war nur die letzten paar Jahre da, und was soll ich sagen, es ist ein sehr populärer Event.
Ich liebe die Jungs und ich liebe es mit ihnen zu arbeiten. Mikkel ist ein grossartiger Typ und er hat eine tolle Mannschaft.

Weisst du schon welche Biere du mitbringst?
Nicht auswendig, aber sicher das Barrel Aged Sour Power.

An wie vielen Festivals nehmt ihr pro Jahr teil?
Das weiss ich nicht. Wir haben grosses Glück zu Festivals eingeladen zu werden. Für mich ist die ganze Craft Beer Bewegung eine grosse Bruderschaft. Es ist eine Gruppe von Leuten, Männern und Frauen, die zusammen kommen um etwas zu erschaffen und es besser zu machen. Wenn diese Leute ein Festival organisieren und uns einladen, dann möchten wir sie mit unseren Mitteln unterstützen, daran teilnehmen und bei ihnen sein.
Aber wie viele? Wir nehmen an ein paar Festivals in den USA teil, wie dasjenige in Tampa, dann gehen wir zu Firestone Walker, wir gehen an die Feier von Stone im August und Dogfish Head hat ein grosses Festival im September.
Ich lebe einen Traum, was als ich als ziemlich demutgebietend empfinde. Jetzt kann ich zu all diesen Bieren Notizen machen [lacht].

Schreibst du dir die Notizen nur auf oder bist du heimlich auf Ratebeer und Untappd?
Nein, nur in meinem kleinen Notizbuch. Ich schätze diese Sites sehr, BeerAdvocate, Ratebeer, Untappd. Wir schätzen jegliche Unterstützung, welche wir von ihnen erfahren. Aber ich versuche sie nicht anzusurfen. Stattdessen versuche ich einen klaren Kopf zu behalten und immer mein Bestes zu geben.

Vor ein paar Tagen habe ich einen Blogpost auf Food And Wine über Heavy Metal Brauer gelesen. Wie verbindet man Musik und Bier?
Musik und Bier passen sehr gut zusammen. Jedes Mal wenn ich Heavy Metal, Hard Rock oder Rock höre, hab ich eine gute Zeit. Und wenn ich dazu noch ein Bier in der Hand halte, dann wird’s zu einer grossartigen Zeit. Entsprechend kann ich das gut nachvollziehen.
Wir spielen unseren Gärtanks ganz unterschiedliche Musik vor. Und das tut dem Bier gut. Machmals ist’s Black Sabbath oder Metallica oder Alice in Chains oder so und das hilft gutes Bier zu brauen.

Jetzt ist’s etwas blöd, dass wir am Telefon miteinander reden, denn da ich dein Gesicht nicht sehe, weiss ich nicht ob du das ernst meinst oder nicht.
Nein, nein, ich mein das erst! [lacht]
Bei uns in der Brauerei läuft den ganzen Tag lang Musik und ich meine, dass das im Bier einen grossen Unterschied macht.

Da stelle ich mir gleich die Frage, wie denn über die Playlist diskutiert wird. Wobei, es gibt jemanden, der seinen Gärtanks die ganze Zeit Wu-Tang Clan vorspielt.
Na also! Wir möchten den weltgrössten Kopfhörer kaufen, den auf die Gärtanks stülpen und dann das härteste, dunkelste Bier aller Zeiten brauen [lacht]. Da müssen wir wohl mit jemanden wie Bose zusammen arbeiten um starke Kopfhörer zu kriegen.

Zum Abschluss noch eine weitere Frage, die wir allen stellen: Fünf Biere die man trinken sollte, bevor man stirbt.
Mist. Das ist jetzt aber, so aus dem Stegreif, eine schwierige Frage. Da bin ich mir nicht sicher, ob ich fünf nennen kann, hinter denen ich stehen kann. Aber sagen wir mal, Biere die ich in den letzten zwölf Monaten hatte:
Focal Banger von The Alchemist war grossartig. Oude Quetsche Tilquin à l’Ancienne avec Prunes de Namur mit belgischen Pflaumen war immens.
Ein Bier das immer geht; Pivo Pils von Firestone Walker. Das ist ein grossartiges Beispiel von einem Pale Ale/Pils crossover, was ein grossartiger Bierstil ist. Wir werden etwas Ähnliches brauen, das wir im Sommer in unser Grundsortiment aufnehmen.
Und dann noch Fort Point Pale Ale Double Dry Hopped von Trillium und Sanctification von Russian River.

Was hast du im Moment im Kühlschrank zu hause?
Der ist voll von Beavertown. Zum Beispiel ist da Skull King, unser neues Double IPA das wir gerade eben auf den Markt gebracht haben. Dann hat’s die Collaboration von uns mit Brekkeriet und Beerbibliotek in Schweden, mit dem Namen Lovechild. Das ist ein Bier mit gemischter Vergärung.
Aber weisst du was, ich glaube da hat’s auch noch ein paar Cider drinnen. Ich hab ein paar funky Ciders von Oliver’s bekommen, einem grossartigen Cider Hersteller hier im Vereinten Königreich.

Das Interview fand am 17. März 2016 per Telefon statt.

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