Februar 14th, 2017,  | 0 Kommentare

 

Es war einer dieser Momente, wo du denkst: Das kann doch nicht wahr sein! Als ob ein Einhorn eine Büchse Pliny The Younger öffnet oder Cantillon ein Light Lager als Zwanze Bier ankündigt. Die E-Mail, welche uns ungläubig auf den Bildschirm starren liess, las sich folgendermassen: «Es scheint als ob unsere Collabo-Idee irgendwo stecken geblieben ist, als ich kurz in die USA reiste. […] Wir sollten aber definitiv etwas zusammen machen. Vielleicht das nächste Mal, wenn ihr in England seid.» Hä, was jetzt? Collabo? Mit Siren! Das kann unmöglich wahr sein. Und schlussendlich war es das auch nicht.Bevor wir an das London Craft Beer Festival reisten, fragten wir verschiedene Brauer um Interviews an. Darron von Siren war einer davon. Doch er war nicht am LCBF, weswegen es nicht klappte. Ein paar Wochen später, erhielten wir die oben zitierte Nachricht. Wir so: Augen weit aufgerissen, ganz, ganz viele «Ach du Scheisse!» vor uns hinmurmelnd.

Der süsse Gesang der Sirenen
Ganz ehrlich, wir hinterfragten unsere Fähigkeiten die englische Sprache zu verstehen. Als nächstes vermuteten wir, dass wir unbemerkt in ein Paralleluniversum transportiert wurden, in dem tatsächlich tolle Dinge passieren. Erst zum Schluss überlegten wir uns, ob es denn tatsächlich stimmen könnte. Na klar, wir sind Homebrewer. Sicher, wir sind beide zertifizierte Doemens Bier Sommeliers. Wir waren Judges an einem Bier contest. Klar, wir haben bereits Collabos mit 523, Blackwell und BZW gebraut. So was qualifiziert uns doch ganz klar für SIREN!?!?

Nun Siren hat in der Vergangenheit mit Homebrewer zusammengearbeitet und sie haben bereits mit dem tollen Blog «The Evening Brews» ein Bier gebraut (ironischerweise ist der Beitrag über deren Collabo der letzte Post den der Blog veröffentlicht hat – aktuell ist er im Status: Coming soon). Hat unser Blog tatsächlich so ein bisschen Ruhm in der Bierszene erlangt? Und Siren sind einfach die ersten welche das anerkennen?

Was hättest du zurück geschrieben? «Grossartig! Wir freuen uns! Natürlich machen wir das!” Unsere Antwort war: «Was hast du dir als Collabo vorgestellt? Wir würden uns sehr darüber freuen euch beim Brauen zuzukucken und euch im Weg zu stehen oder vielleicht sogar ein paar Knöpfe zu drücken und Zutaten herumzutragen.»

Auf nach Anthemoessa
Unsere Schritte waren zaghaft, von der ersten E-Mail bis zur Letzten. Die Ersten wurden im September 2015 verschickt. Das Gespräch machte nur langsam Fortschritte, bis zu dem episch, gigantischen Moment an dem ein Brautag fixiert war: «Also buchen wir jetzt den Flug, Darron?» – «Ja, bucht den Flieger». Also buchten wir einen Flug. «Hotel?» – “Nicht hier in der Gegend, hier gibt’s nichts.” Also buchten wir eine Unterkunft in London. Und schlussendlich und zum allergrössten Entzücken schrieb Darron: «Also, dann lasst uns ein paar Ideen austauschen. Ich habe [die Siren Brauer] hier einkopiert, um die Ideen anzustossen. Wenn ihr mich auf dem Laufenden halten könntet, dann wäre das grossartig.» Unglaublich! Wir werden mit Siren ein Bier brauen!!

Diese E-Mail war aber der Moment, an dem alles zusammenbrach. Wir schlugen vor, dass wir uns am British Beer Festival bei Tilquin treffen. Keiner der Brauer war vor Ort. Wir schlugen ein weiteres Treffen am CBC vor. Auch da war keiner der Brauer. Währenddessen machte die Rezeptdiskussion Fortschritte im Gletschertempo. Bis wir dann irgendwann insistierten: «Hey, wir müssen uns irgendwann einmal festlegen, denn der Brautag ist schon bald.» Und dann kam die E-Mail die doch von Anfang an irgendwie nur eine Frage der Zeit war.

Den Kurs ändern
«Das alles tut mir sehr leid. Ich war im Glauben mit Christian von Beer Here zu sprechen. Wir möchten mit ihm eine Collabo machen. Ich hoffe, ihr habt den Flug noch nicht gebucht:» Nun, sind wir nicht und haben wir. «Sollen wir trotzdem kommen und über diese Missverständnis lachen?» – «Ja, sicher, kommt vorbei […]. Und wenn möglich werfen wir den Pilot Kit an und brauen das Bier welches wir besprochen haben.» Das war kurz bevor wir die Koffer packen mussten. Und natürlich wollten wir das Bier immer noch brauen. Doch schlussendlich haben wir abgesagt. Wir schrieben: «Eigentlich sollte das Spass machen, doch nun fühlt es sich an, dass wir es nur noch aus Verpflichtung machen würden.» Doch wir sind der Überzeugung, dass Kollaboration und Müssen sich gegenseitig ausschliessende Konzepte sind.

Wir hegen keinen Groll. Alles was passiert ist, dass der stereotypische Nebel die ausgetauschten Worte vernebelt hat. Fehler zu machen ist menschlich. Abgesehen davon ist die Geschichte zu witzig um sie nicht zu teilen. Da wir bereits den Flug und die Unterkunft gebucht haben, sind wir trotzdem nach London gereist und verbrachten vier tolle Tage, an denen wir tolle Menschen getroffen und Orte besucht haben. Während den Tagen haben wir uns natürlich geweigert Siren Biere zu trinken – gewisse Prinzipien muss man ja haben – das war aber eher ein nicht ernst gemeintes Puzzlestück um die Geschichte zu vervollständigen und keine permanente Entscheidung. Denn schlussendlich sind die Siren Biere ja zu gut um sie nie wieder zu trinken.

Nun wirst du dich wahrscheinlich fragen: Was wolltet ihr denn miteinander brauen? Nun, wie wär’s, wenn wir das geheim halten, nur für den Fall, dass wir tatsächlich irgendwann und schlussendlich einmal ein Bier mit Siren brauen?

P.S. Vielen Dank an Darron, der bei diesem Blogpost mitgemacht hat und einverstanden damit war, dass wir die E-Mails zitieren.

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