März 19th, 2017,  | 0 Kommentare

 

Noch keine Ahnung, wo es in den Sommerferien hingeht? Ist dir Italien und Spanien zu heiss und trocken, trinken dir die Franzosen zu viel Wein und die Deutschen zu viel Lager? In England warst du erst kürzlich (und es hat geregnet) und du möchtest dir ab und an mal ein Craftbeer gönnen. Dann probiere es doch mal im hohen Norden.

Das magische Dreieck des Nordens
Ja, Kopenhagen wäre da natürlich ganz oben auf der Liste, doch vielleicht hast du bereits ein Besuch am CBC geplant für Mai oder hast noch genug vom letzten Jahr. Auf Stockholm könnte man auch noch kommen, doch vielleicht ist dir das zu teuer. Dann können wir dir Finnland wärmstens empfehlen. Helsinki bietet nämlich nicht nur lange Tage und Hotelzimmer mit eigener Sauna an, sondern so viele Bars mit Craftbeer, dass du keine Chance hast, sie an einem Abend alle zu meistern, auch wenn du nur ein Bier pro Bar trinkst.

Das glaubst du nicht. Wir haben die Probe aufs Exempel gemacht und das sommerliche Helsinki besucht. Gut vorbereitet traten wir zu zweit den rund zweistündigen Flug nach Helsinki an. Gut vorbereitet bedeutet mit einem Handy bestückt, welches wiederum eine extra dafür erstellte Google Map enthielt (zur Helsinki Pub Crawl Karte). Mit einer Shortlist, ja, die Shortlist, die rund 16 Bars lang geworden war. Durchaus ambitioniert, fanden wir.

Möglich, dass London mithalten kann, aber sonst gibt es glaube ich kaum ein Ort, in dem die Bierbardichte (erst recht gemessen an der Anzahl Einwohner) so hoch ist wie in Helsinki. BrewDog hat dies bereits gemerkt und schön länger eine eigene Bar im hohen Norden eröffnet. Aber auch Lokale Bars und Brewpubs gibt es in rauen Mengen. Die wohlklingenden Namen: Oslo, Stockholm, København, Standim Panimo, Keisla usw. Die meisten mit einem nicht überraschenden Fokus auf Bieren aus den entsprechenden Ländern.

Bier Trivial Pursuit – in Finnisch
Mit 16 Bierbars vor uns und dem unguten Gefühl, dass wir wohl nicht einmal die Hälfte dieser besuchen können starten wir unsere Tour. Startpunkt ist die Bar One Pint Pub. Danach geht es mit der Metro zu Stadin Panimo. Mitten im Industriequartier bietet diese Brauerei acht eigene Biere on Tap und ein Kühlschrank voller Belgier (also Biere, nicht Menschen). Richtig überzeugen kann uns zwar keines der eigenen Biere, das American Black Lager kommt aber bei allen drei, wir haben noch einen einheimischen Fremdenführer angeheuert, gut an.

Nach einem erfrischenden, sauren Belgier geht es mit der U-Bahn zurück ins Stadtzentrum und ins Oluthuone Kaisla, einer der älteren Bierbars der Stadt und, mit unzähligen Bieren aus allen möglichen Ländern im Angebot, eine der vielfältigsten Bars in Helsinki. Trotz unseres Vorsatzes, pro Bar nur eine Flasche Bier zu trinken scheitern wir bereits an unseren grossen Augen, haben jedoch mit Blushing Monk von Founders und Crown Series 18th Annual Special Ale von Coronado einen guten Riecher. Übrigens kann man in der Bar eine Art Trivial Pursuit spielen – über Biere und brauen. Leider nur in Finnisch, was uns doch überfordert hat.

Architektonisches Bierbar Juwel
Nach einer Verpflegungspause zieht es uns weiter in die Bar Bier-Bier (ja, es gibt auch andere Getränke), wohl eine der schönsten Bars in Europa. Als ehemaliger Alko (Finnlands staatlich kontrollierter Alkoholvertrieb) ist die Belegung mit der Bar wohl um einiges passender.

In der letzten Bar des Abends, im Ølhus København werfen wir unseren Vorsatz nun ganz über den Haufen und bestellen uns je ein Bier, nach dem es uns gerade gelüstet. Mittlerweile ist es 2 Uhr nachts und natürlich immer noch oder schon wieder hell. Zum krönenden Abschluss gönnen wir uns ein Dragonblood von To Øl. Danach zieht es uns zurück ins Hotel.

Mission Acomplished zu sagen, wäre wohl etwas vermessen, aber Helsinki hat uns Recht gegeben und ist für uns ein absoluter Geheimtipp für Bierliebhaber. Mal abgesehen von der Stadin Panimobaari ist alles in Fussdistanz, die Bierbars sind von gemütlich, düstern, modern bis hin zum architektonischen Schmuckstück Bier-Bier. Und überall gibt es eine gut gemischte Kundschaft und natürlich auch bärtige Hipsters mit Hornbrille.

Im Sommer ist das Klima im Süden Finnlands angenehm, die Sonne geht kaum unter und wer mal etwas anderes machen will als Bars besuchen, den Empfängt Finnland auch mit spektakulären Landschaften – und Saunas in Hotelzimmern.

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