November 1st, 2018,  | 0 Kommentare


Lager hat uns zwar (alle?) hier hingebracht, aber mit der Liebe zum Ale schwindet oft der Respekt für Lager. Tatsächlich sind die meisten super-Mainstream-Massenbiere Lager. Doch, Craft wäre nicht Craft, wenn es keine Brauer gäbe, die hervorragende und genussvolle Lagerbiere brauen würden. Vor zwei Jahren begann unsere Reise, ein grossartiges Lager zu brauen.

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Vor ein paar Jahren haben wir uns überlegt ein Lagerbier zu brauen, welches auch der militanteste Anti-Lager-Trinker gerne hat – so unmöglich das auch sein mag, ist das Anti-Lager-Lager doch mit religiösem Eifer unterwegs. Craft Lager war damals noch kein grosses Thema, selbst wenn es schon das Pivo Pils von Firestone Walker, Tipopils von Birrificio Italiano oder Jack’s Abbey gab. Dass heutzutage jede anständige Brauerei ein Lager brauen möchte, Lager plötzlich India Pale Lager heissen können oder Lager wohl der nächste Hype nach den New England style IPAs sein wird, daran dachte damals noch niemand.

Friesisch und Bodenständig
Jan de Ruijter, ehemalig Bierzunft Wehntal und unterdessen El Caballero Brewing, hatte sich bereits einen Namen mit sauberen und soliden Lagerbieren gemacht. Also haben wir ihm unserer Idee gesteckt und er war sofort dabei mit uns zusammen ein Lager zu brauen, welches sowohl Geschmäcker vermeidet (das Getreidige und Süsse) aber auch bereitstellt (elegante Bittere und vor allem viel Geschmack).

Im Frühjahr 2016 wurde gebraut. Beim Rezept haben wir uns am Jever orientiert und für die Hopfenwahl kochten wir acht verschiedene Hopfensorten als Tee auf und lösten je ein Pellet in einem Jever auf. Dabei waren neue Hopfensorten wie Azacca oder Southern Cross. Schlussendlich aber hat uns allen der doch eher bodenständige Palisade-Hopfen am besten geschmeckt.

Aus dem Bier wurde „Herr Schneider bitte ins Postlager, Herr Schneider“. Herr Schneider, oder Thomas Schneider ist der legendäre Schweizer Bierjäger. Bereits seit den 80er Jahren besucht er Brauereien und notiert sich alle Biere, die er trinkt, macht also das, was man heute Bierticker nennt. Er war am Brautag dabei und so entstand die Idee ihm das Bier zu widmen.

Und wie ist das Bier angekommen: „Zu gut für ein Lager“ oder „Zu viel Geschmack für ein Lager“. Also: Ziel erreicht. Der Palisade Hopfen passt sehr gut zum Trockenen vom Lager, das Bier war sehr süffig, ohne aber wässrig zu sein.

Herr Schneider kommt gross raus
Für die Neuauflage haben wir uns mit Kouros von La Nébuleuse zusammengetan. Ein Bier auf einer zweihundertliter-Anlage zu brauen ist aber was vollständig anderes als auf einer 1500-Liter-Anlage. Ein Auftragsbrau kam für uns nicht in Frage. Umso glücklicher waren wir, dass Kouros begeistert auf die Collabo-Idee eingestiegen ist. Und weil der Name dann doch eine Mundvoll war, wurde er zu Herr Schneider gekürzt.

Herr Schneider ist eine Legende. Und das Bier Herr Schneider hat das Zeug dazu ebenfalls eine Legende zu werden. Mit dem Bier können wir uns an die allerersten Biere, die wir mochten zurück-erinnern, ohne dabei Abstriche an den Geschmack machen zu müssen. Ob’s jetzt ein Craft Lager oder ein Hoppy Lager oder ein India Pale Lager ist, ist absolut egal: Uns schmeckt es und euch hoffentlich auch.

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