Mai 27th, 2019,  | 0 Kommentare

B&R Beer Contest etabliert sich als grösste Bierprämierung der Schweiz.

Die Schweizer Craft-Bier-Szene hat in den letzten Jahren einen fast unvergleichbaren Boom erlebt. Doch da nicht nur Quantität sondern auch Qualität zählt, braucht es eine Qualitätskontrolle mit konstruktivem und sachverständigem Feedback. Am Brau- und Rauch Beer Contest, dem Schweizer Beer Award mit den meisten Einsendungen, beurteilte eine fachkundige Jury unabhängig und durch das «Double Blind» Verfahren unvoreingenommen die eingereichten Biere. Wer gewonnen hat und alles weitere wissenswerte, erfährt Ihr im Artikel.

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Wer in der Schweiz den Überblick über alle Bierfestivals, Biermärkte und Bierwanderungen behalten will, hatte in den letzten paar Jahren ein anstrengendes Leben, denn sie sind wie Pilze aus dem Boden geschossen. Was einige stören mag, zeigt eigentlich nur, wie das Thema Craft-Bier in der Schweiz in den letzten paar Jahren an Dynamik und Bedeutung gewonnen hat.

Vielleicht ist es diese gewonnene Bedeutung, vielleicht die über 1000 registrierten Brauereien in der Schweiz, welche dazu geführt haben, dass dieses Jahr mit 335 Bieren ein neuer Rekord an Eingaben am vierten Brau- und Rauch (B&R) Biercontest erzielt wurden. Damit ist dieser Wettbewerb die grösste Prämierungsveranstaltung der Schweiz.

Biere Brau- und Rauch Biercontest 2019 Craft Bier Schweiz

Unter allen Einsendungen wird ein Gesamtgewinner erkoren. Diesen Prestigepreis konnte sich 2019 Torkelbräu aus Niederlenz mit seinem Lagerbier sichern. Neben Ruhm und Ehre erhält der Gewinner einen personalisierten Bierkühler von Lindr im Wert von fast 800 Franken. Zudem wird er auch eingeladen, an der nächsten Ausgabe des Bierfestivals «Wortspiele» seine Biere auszuschenken.

Nur drei Gewinner pro Kategorie
Mit der bereits vierten Durchführung ist der B&R Beer Contest schon fast ein Urgestein in der Schweizer Craft-Bier Szene. Auch bei den Bierawards sind neue hinzugekommen, doch der B&R Beer Contest unterscheidet sich in wichtigen Bereichen von anderen Awards, wie z.B. der Swiss Beer Award des Schweizer Brauereiverbandes. «Wir sprechen mit unserem Contest speziell Craft-Brauereien von der Grösse Mikro, Nano oder Pico an sowie Heimbrauer, bei welchen Bier brauen noch als ein Handwerk stattfindet und welche nicht über die finanziellen Mittel für interne Qualitätskontrolle und teure Laboranalysen verfügen» sagt Organisatorin Silvia vom Brau- und Rauchshop.

Im Gegensatz zu anderen Awards, bei welchen fast alle Biere, die eingereicht werden, eine Gold- und Silberauszeichnung erhalten oder Awards, wo jedermann sich einen Juryplatz kaufen kann, gibt es bei diesem Contest pro Kategorie jeweils nur einen ersten, zweiten und dritten Platz und zudem ein Gewinner über alle Kategorien. «Wer hier gewinnt, hat eine Bestätigung, dass sein Bier einem hohen Niveau entspricht», sagt Laurent Mousson, unabhängiger Bierexperte und Leiter der Judges am B&R Biercontest «aber auch alle, die nicht auf den vorderen Plätzen der Kategorien landen, haben etwas von der Eingabe». Damit spielt er darauf an, dass jedes Bier von den Judges nicht nur bewertet wird, sondern dass der Brauer zudem ein ausführliches Feedback über das Geschmacksprofil erhält und, sollten Braufehler vorliegen, auch einen Hinweis erhält, wie er diese vermeiden kann.

Judging Brau- und Rauch Biercontest 2019 Craft Bier Schweiz

«Damit trägt der Biercontest auch aktiv zu einer Verbesserung der Bierqualität in der Schweiz bei» meint Christian Jauslin von bierversuche.ch, Doemens Biersomelier und Judge am B&R Biercontest. Er fügt an, dass bei weiter steigendem Angebot langfristig nur die Brauereien überleben werden, die neben Lokalpatriotismus auch den Qualitätsansprüchen genügen können. «Und diese werden mit zunehmender Erfahrung und Vergleichsmöglichkeiten der Biertrinker in der Schweiz in Zukunft sicherlich steigen.» Deswegen setzt sich die Jury aus professionellen Brauer, Hobbybrauern und Biersommeliers, Personen aus der Gastronomie sowie erfahrene Bierhuntern zusammen. Diesen Personen sei es möglich Biere nach internationalen und aktuellen Standards zu bewerten, ergänzt Christian.

Maximale Unvoreingenommenheit
Dass gewisse Brauereien gegenüber solchen Contests Vorbehalte haben bezüglich der Neutralität der Judges bei der Bewertung, ist schwierig nachzuvollziehen. Die Biere werden nämlich im sogenannten «Double Blind» verfahren bewertet. D.h. die Judges, welche an unterschiedlichen Tischen unterschiedliche Bierstiele bewerten und so eingaben untereinander vergleichen können, wissen erstens nicht, welche Brauereien und Brauer Biere eingereicht haben und zweitens auch nicht, welches Biere ihnen gerade ausgeschenkt wurden. Damit ist eine maximale Unvoreingenommenheit und ein reiner Fokus auf die Qualität und das Geschmacksprofil der bewerteten Biere garantiert.

Biere Brau- und Rauch Biercontest 2019 Craft Bier Schweiz

Umso mehr können sich die Gewinner also über ihren Titel freuen, denn weder der Name noch die gute Beziehung zu einem der 18 Judges hat das Resultat beeinflusst. Für dieses Jahr konnten folgende Biere ausgezeichnet werden:

Kategorie 1. place 2. place
3. place
Amber Pablo Guirado, Brauerei Kraftstoff (Sissach) Alain Cathélaz, Artisan Brasseur Cathélaz (Yvorne) Andre Stolpmann, Stollo’s Best Festbierbrauerei (Zufikon)
Brettanomyces / Lacto Dr. Brauwolf GmbH (Zürich) Lukas Thomann, einheitsbier.ch (Winterthur) Tom Edwardson, Homebrewer
Bock/Doppelbock Andre Stolpmann – Bock, Stollo’s Best Festbierbrauerei (Zufikon) Pawel Leskiewicz – Doppelbock, Homebrewer Lukas Thomann – Bock, einheitsbier.ch (Winterthur)
Belgian Strong
  • Ivo Rutz, Homebrewer (Liestal)
  • Markus Friederich, Ahoi Bier (Schlieren)
Sven Lange, Black Peak Brauerei (Davos)
Cider & Perry Philipp Jäggi, Tucho Brew (Solothurn) Ranka Feller, Ciderfairy (Thun) Jan De Ruijter, El Caballero Brewing (Schöflisdorf)
Double IPA/Strong Ale
  • Manuel Garcia, Viking Brew Lab (Winterthur)
  • Philipp Jäggi, Tucho Brew (Solothurn)
Richie Waldis, NordSud (Rheinfelden)
Fruit Marc Robert, Homebrewer (Grolley) Christoph Lüthi, Homebrewer Alain Cathélaz, Artisan Brasseur Cathélaz (Yvorne)
Ginger/Met
  • Bertrand Papilloud – Ginger, Homebrewer (Aven)
  • Eckert Metsiederei – Met, Wohlen bei Bern
  • Eckert Metsiederei – Met, Wohlen bei Bern
Wood GibbonBräu GmbH (Tecknau) Philipp Jäggi, Tucho Brew (Solothurn
  • Yann Bulciolu, Microbrasserie La Cave (Genf)
  • Mathias Beysard, Homebrewer
  • Lukas Thomann, einheitsbier.ch (Winterthur)
IPA Flavio Foiada, Taket al Tauro! Homebrewing (Liebefeld) Tim Sutton, Brauerei Sutton (Dallenwil) Schlachthuus GmbH (Lufingen)
Imperial Stout Dr. Brauwolf GmbH (Zürich) Luca Siegrist, Homebrewer Kevin Kuster, Brauerei Marmot Cervisiam (Jenins)
Juicy and Hazy Tobias Löffel, Kwär (Zürich) Marc Robert, Homebrewer (Grolley) Richie Waldis, NordSud (Rheinfelden)
Kölsch Michel Huebscher, Hektor Bier (Zofingen) Kevin Kuster, Brauerei Marmot Cervisiam (Jenins) Kurt Hintermann, Kudi Bräu (Buchser Bier) (Buchs, AG)
Lager Sven Heider, Torkelbräu (Niederlenz) Markus Friederich, Ahoi Bier (Schlieren) Andre Stolpmann, Stollo’s Best Festbierbrauerei (Zufikon)
Märzen Jungfraubräu AG (Schwanden bei Brienz) Anthony Miller, Bella Vista Brewery Anthony Miller, Bella Vista Brewery
Pale Ale Markus Friederich, Ahoi Bier (Schlieren) HellsKitchen Brewery (Rümlang) Schlachthuus GmbH (Lufingen)
Pils Pentabier.ch (Dübendorf) Dr. Brauwolf GmbH (Zürich) Rafael Eigenmann, Homebrewer
Porter Philipp Jäggi, Tucho Brew (Solothurn) Sven Lange, Black Peak Brauerei (Davos)
  • Davide Nuzello, Homebrewer
  • Lukas Thomann, einheitsbier.ch (Winterthur)
  • HellsKitchen Brewery (Rümlang)
Smoke Markus Friederich, Ahoi Bier (Schlieren) Kaspar Scheidegger, Shrinkbrew Beat Ruf, Storchenbräu (Brittnau)
Saison Beat Ruf, Storchenbräu (Brittnau) Julien Manetti, Chien Bleu Sarl (Genf) Adrian Pasquinelli, Brauerei Stadtbach (Bern)
Stout Kurt Hintermann, Kudi Bräu (Buchser Bier) (Buchs, AG) Nils Krohn, Homebrewer Beat Ruf, Storchenbräu (Brittnau
Schwarzbier Jungfraubräu AG (Schwanden bei Brienz) Urs Enz, Tannzapfenbräu (Guntershausen bei Aadorf Brauerei Hirtler (March, DE)
Verrückt und Wunderbar Patrick Vaucher, Homebrewer (Thun) Kaspar Scheidegger, Shrinkbrew Alain Cathélaz, Artisan Brasseur Cathélaz (Yvorne)
Weizen, Weizenbock Christian Berner, Homebrewer (Niederlenz)
  • Lukas Thomann, einheitsbier.ch (Winterthur)
  • Daniel Rast, Rast-Brew (Basel)
Wit HellsKitchen Brewery (Rümlang) Kaspar Scheidegger, Shrinkbrew Mihajlo Zivkovic, Homebrewer

Gesamtsieger über alle Kategorien war diese Jahr Sven Heider von Torkelbräu aus Niederlenz.

Brau- und Rauch Biercontest 2019 Craft Bier Schweiz

Wir von bierversuche.ch gratulieren allen Podestplätzen zu ihrem grossartigen Erfolg. «Es ist schön zu sehen, dass sich Fortschritte bei der Qualität erkennen lassen. Es bleibt jedoch noch Luft nach oben.» sagt Marcel Alber, Doemens Biersommelier, Judge und Mitgründer von bierversuche.ch.

Disclaimer: Bierversuche hat den B&R Biercontest mit der Organisation der Judges unterstützt und hat selber zwei solche gestellt, hat aber keine finanzielle Beteiligung am Unternehmen oder am Contest. Wir danken dem B&R Team für die tolle Organisation und ihren aussergewöhnlichen Einsatz. Zudem möchten wir allen Judges für die Teilnahme herzlich danken. Wir freuen uns bereits auf das kommende Jahr.

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