August 13th, 2020,  | 0 Kommentare

Erst 2017 gegründet und in Aigle, Schweiz, ansässig, hat sich À tue-tête, kurz ATT, schnell als Produzent von hochwertigen Sauerbieren etabliert. Die von Gründer, Besitzer und Head Blender Julien hergestellten Biere sind nicht nur in der Schweiz sehr beliebt. Mittlerweile verkauft er sie in die Niederlande, nach Frankreich und sogar nach Belgien, dem Land, das für seine sauren Biere berühmt ist.

Lesen Sie, was Julien zum Essen mit einem Glas Surette empfiehlt, was er Hobby-Brauern rät und welche Hoffnungen er für die Schweizer Bierszene hat.

Informationen zur Brauerei

Name der Brauerei:

À tue-tête!

Links:

Facebook:https://web.facebook.com/attbrasserie/

Instagram: www.instagram.com/attblendery/

Name:

Julien Bretheau – Besitzer und Gründer

Gründungsjahr:

2017

Welche Bedeutung hat der Name?

Es ist ein französischer Ausdruck, der so etwas wie „mit lauter Stimme“ bedeutet. Wir mögen es, wenn unsere Biere einen kräftigen Geschmack und eine leichte Säure haben! Wenn sie reden könnten, würden sie schreien!

Wie viel produziert ihr im Jahr?

Zwei Drittel des im Fass gereiften Bieres werden jedes Jahr abgefüllt. Das waren in den letzten 12 Monaten etwa 100 hl Bier. Da wir unsere Fasslagerkapazitäten erhöhen, steigt die Produktion jedes Jahr leicht an. Die derzeitige Kapazität beträgt 200 hl.

Wo kann man welche von euren Biere kaufen?

In Bierfachgeschäften, einigen Bars und Restaurants im ganzen Land, in Belgien, Frankreich und den Niederlanden.

Wem verkauft ihr am meisten Bier?

An „La Mise en Bière“ in Lausanne.

Welche zwei Entwicklungsschritte macht ihr in den nächsten 6 bis 12 Monaten?

Es wäre einfacher gewesen, diese Frage vor einem Jahr zu beantworten, da für 2020 nichts Grosses in Sicht ist. Hier sind also die beiden Schritte, die wir in den letzten 12 Monaten unternommen haben: 

  1. Wir haben es geschafft, Vertriebspartner innerhalb und ausserhalb des Landes zu finden. Unsere Biere können nun ein breiteres Publikum erreichen. 
  2. Wir kaufen jetzt nicht fermentierte Würze von WhiteFrontier, die nach unseren Rezepten gebraut wird. Durch den Wegfall unseres kleinen Sudhauses konnten wir etwas Platz für mehr Fässer schaffen. Ausserdem erleichtert die Konsistenz von Charge zu Charge den Ausmischungsprozess. 

Wir können uns nun im Wesentlichen auf die Gärung, Reifung und das Mischen von Bier sowie auf die Verarbeitung der vielen Früchte konzentrieren, die wir in unseren Bieren verwenden. 

In fünf Jahren…

Vielleicht suchen wir ein grösseres Lager, um mehr Holzfässer kaufen zu können. Vielleicht kann ich jemanden einstellen, damit ich mich irgendwann mal ausruhen kann.

Information zu den Bieren

Welches Bier (inkl. Bierstil) ist euer Top-Seller?

Unser im Fass gereiftes, gemischt vergorenes golden Ale „Surette“. Jedes Jahr wählen wir 1 Jahr alte und 2 Jahre alte Fässer unseres goldgelben, Sauerbieres aus, die zusammen gemischt werden. Jeder Jahrgang ist einzigartig!

Anteil des Top-Sellers an der Gesamtproduktion

15%.

Bedeutung des Namens von zwei von euren Bieren

Surette, unser Top-seller Bier, bedeutet auf Französisch „sauer“. Der Begriff wird hauptsächlich in Quebec verwendet. Unsere anderen Biere sind nach den Früchten benannt, die sie enthalten. Zum Beispiel heisst unser Kirschbier Cerise.

Bierszene und #beerlife

Mit welcher Schweizer Brauerei oder Person würdet ihr gerne eine Collab machen?

Wir mögen Kollaborationen nicht besonders, es sei denn, wir haben eine wirklich freundschaftliche Beziehung zu einer Brauerei. Andererseits habe ich das Gefühl, dass unsere tägliche Arbeit eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit Winzern und Obstbauern ist. Wir konzentrieren uns auf unser fantastisches Terroir, und da gibt es keine Abkürzung. Wir müssen unsere Winzer kennen und unsere Leidenschaft mit ihnen teilen.

Nenne ein perfektes Pairing von einem Bier von euch und einem Menü (im Idealfall mit Rezept)

Ein Glas Surette passt gut zu einem alten Greyerzerkäse. Dafür ist kein Rezept nötig.

Einem Hobby-Brauer rate ich…

Lies alles, was es über Home-Brewing zu lesen gibt, aber auch über das Brauen im Allgemeinen. Probiere so viele Biere, wie du kannst, damit du deinen Geschmack und dein Wissen über Bierherstellung und -verkostung entwickeln kannst. Kaufe ein Sensorik-Kit, um dich mit Off-flavours (Fehlern im Bier) vertraut zu machen. Wenn du nicht weisst, ob du etwas falsch machst, gibt es keine Möglichkeit, dich zu verbessern.

Biervielfalt ist…

… heutzutage auf dem Markt unverzichtbar. Die Menschen in der Schweiz sind seit langem mit den verschiedensten Geschmacksrichtungen von Wein vertraut. Wenn es um Bier geht, ist das leider anders. Das alte Bierkartell hat uns mit der Idee verlassen, dass Bier dieses fade gelbe Lagerbier ist. Auch fast 30 Jahre nach dem angeblichen Ende des Kartells hält sich diese Idee hartnäckig.

Was wünscht ihr euch für die Schweizer Bierszene

Dass die Gesetzgebung bezüglich der Qualifikation einer Mikrobrauerei in Bezug auf das Produktionsvolumen geändert wird. Wie BOV Anfang dieses Jahres erwähnte, produzieren mehr als 800 „Brauereien“ im Land weniger als 20HL pro Jahr. Aufgrund der schweizerischen Gesetzgebung, nach welcher sich auch sehr kleine Brauereien registrieren müssen, gehen viele Hobbybrauer dann „pro“ und verkaufen fehlerhafte Biere. Ich denke, dies ist schlecht für die allgemeine Wahrnehmung von handwerklich gebrautem Bier im Land.

Was wünscht ihr euch für die Branche

Dass die grossen Bierkonzerne weiterhin Marktanteile an unabhängige Kleinbrauereien verlieren. Ich freue mich, mehr Mikrobrauereien in den Supermärkten zu sehen!

Welches deiner/eurer Biere hättest du/ihr dem Bierhunter Michael Jackson serviert?

Eines, das ich noch nicht gemischt habe. Ich würde lieber ein Pint echtes Ale mit ihm in einem britischen Pub trinken!

Welche 5 Biere sollte jeder probiert haben, bevor er stirbt?

  • Orval 
  • Russian River, Pliny the Elder
  • Tilquin, Old Gueuze Tilquin à l’ancienne
  • Dieu du Ciel!, Péché Mortel
  • New Belgium, La Folie (yes, I know…)

Copyright Bilder: Â tue-tête und Bierversuche.ch

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