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Portrait: Bachweg Brewing

Bachweg Brewing group photo of partners

Gemäss eigener Webseite sind die Besitzer von der Bachweg Brewery wahre Craft-Bier-Enthusiasten: «Die Gründer beschlossen, dass sie den Geschmack und das Aroma des Biers in Nordamerika, in ihre Heimat hier in der Schweiz bringen wollten. Sie brauten 2013 die ersten Sude für sich selbst, machten einige Fehler, blieben aber dran, bis sie es richtig hinbekamen. Die ersten offiziellen Sude von Bachweg Brewing wurden im Jahr 2015 gebraut. Seitdem wurden viele tausend Biere gebraut und genossen.»

Lest, welche Bedeutung einige der Namen haben, wer die sechs Besitzer sind und warum eine Scheune auf den Etiketten abgebildet ist.

Brauerei Informationen

Name der Brauerei

Bachweg Brewing

Links

Bedeutung des Namens

Unsere erste Brauerei befand sich in dem kleinen Dorf Edlibach, ZG in einer kleinen Holzscheune (zu sehen auf unserem Etikett). Neben der Brauerei verlief der Höllbach und unsere Strassenadresse war Bachweg 3! Als wir Ende 2019 in die Zuger Altstadt umgezogen sind, haben wir uns entschieden, den Namen beizubehalten.

Name der Person, die das Formular ausfüllt, einschliesslich Funktion

Rod Sherrell, Inhaber (einer von 6) und Teilzeit-Brauer.

Gründungsjahr

Die Brauerei wurde 2015 von 4 Nordamerikanern gegründet, die die Craft-Bier-Szene an der Westküste vermissten. 2018 kamen ein paar weitere Partner an Bord. Wir bestehen nun aus 2 Amerikanern, 1 Kanadier, 2 Schweizern und einem Australier (einige von uns mit Schweizer Herkunft). Unser Brauer und einziger Mitarbeiter ist Koreaner/Italiener, also sind wir eine echte „United Nations“. Unser Alter reicht von 28-60, also decken wir wirklich viele Perspektiven ab.

Wie viel produziert ihr pro Jahr?

Letztes Jahr haben wir 150 hL (15.000L) produziert. Mit unserer derzeitigen Gärkapazität könnten wir etwa 240 hL produzieren.

Wo können wir eure Biere kaufen?

Der Verkauf ist nicht unsere Stärke! Wir sind (oder waren vor dem zweiten Lockdown) in einer Reihe von Bars und Restaurants in der Zentralschweiz (Zug, Luzern und Zürich). Wir sind auch in Flaschen-Spezialgeschäften in der Region und haben jetzt auch einen eigenen Online Shop. Von Zeit zu Zeit sind wir auch in Bierabos wie bierliebe und smartbeer.

An wen verkauft ihr das meiste Bier?

Wir haben das Glück, dass wir das meiste Bier direkt an den Endverbraucher verkaufen, und zwar in unserem Brauereiladen in der Altstadt von Zug. So bekommen wir direktes Feedback zu unserem Bier und können auf die Wünsche unserer Kunden eingehen.

Welche zwei Entwicklungsschritte werdet ihr in den nächsten 6 bis 12 Monaten unternehmen?

Aufgrund der Pandemie hatten wir weniger Nachfrage von Gastronomen (die normalerweise ein Kernsortiment wollen), so dass wir unser bereits vielfältiges Angebot aufmischen konnten.

Wir haben kürzlich einen Vollzeit-Brauer, Stefano, eingestellt, der viele neue Ideen in die Brauerei einbringt. Vor 3 Monaten haben wir unsere ‚Experimental Series‘ eingeführt und möchten auf diesem anfänglichen Erfolg aufbauen, indem wir eine spezielle Kleinserienanlage dafür installieren. Ausserdem würden wir gerne unseren Brauerei-Taproom aufmotzen, was wir aufgrund der aktuellen Situation noch aufgeschoben haben.  

In fünf Jahren…

Uns geht es nicht um die „Weltherrschaft“, aber wir möchten ein nachhaltiges Geschäft aufbauen. Wir wollen die Bevölkerung der Zentralschweiz weiterhin darüber aufklären, wie vielfältig Bier sein kann und dass Bier genauso viel Respekt verdient wie andere Getränke (wie Wein und Whisky).

Unser primäres Ziel ist es, unsere Brauerei und den Taproom zur Bierdestination Nr. 1 in der Zentralschweiz zu machen. Da unsere Brauerei unter Denkmalschutz steht, wird unsere Kapazität irgendwann begrenzt sein, so dass ein zweiter Standort notwendig sein könnte, zumindest hoffen wir das!

Informationen zu den Bieren

Welches Bier (inkl. Bierstil) ist euer Verkaufsschlager?

Unser IPA: ‚David Hasselhop‘ ist unser Verkaufsschlager. Es ist ein sanftes IPA, das an die klassischen Westküsten-IPAs erinnert, die Teil des Craft-Revivals in den Staaten waren, z.B. ein Stone IPA. Wir verwenden klassische Hopfensorten wie Amarillo, Cascade und Citra, um eine ausgewogene Mischung aus Pinien- und Zitrusaromen zu erhalten. Letztes Jahr haben wir es als Dose für den Sommer auf den Markt gebracht und bekamen grossartiges Feedback. 

Anteil des Top-Sellers an der Gesamtproduktion

Rund 30 % im letzten Jahr

Bedeutung des Namens von zwei Ihrer Biere

Abgesehen von der Verkostung ist das unser liebster Teil des Bierentwicklungsprozesses!

  • Czech Your Kolin – Zuger Blonde: Dies ist das einzige Lagerbier, das wir derzeit herstellen, im Stil eines tschechischen Pilsners. Peter Kolin wurde 1422 in der Schlacht von Arbedo getötet und verschiedene örtliche Wahrzeichen sind nach ihm benannt, einschliesslich des Kolinplatzes, der sich direkt hinter der Brauerei befindet – mit einer sehr markanten Statue! Es gibt auch ein englisches Wortspiel, ich bin mir aber nicht sicher, ob es ins Deutsche übersetzt werden kann.
  • Blue My Load- Blueberry Pale Ale: Dieser Name ist ein bisschen frech, ich schätze, es ist ein bisschen kindsköpfisch. Der Name bezieht sich auf meine Szene aus ‚American Pie‘, wenn du verstehst was ich meine. Es ist aber ein hervorragendes Bier und eines, auf das wir sehr stolz sind. Leider schrecken viele Gastro-Kunden davor zurück, weil sie denken, dass es sehr süss sein wird, aber Blaubeeren sind erdig und säuerlich, nicht süss. Auf Festivals kommt es immer sehr gut an und auch bei unseren Stammgästen – halten diesen Sommer Ausschau nach ihm!    

Bierszene und #beerlife

Mit welcher Schweizer Brauerei oder Person würdet ihr gerne eine Kollabo machen?

Wir haben noch nie eine Braukollaboration gemacht, aber das ist etwas, das wir aktuell anschauen. Ich persönlich interessiere mich sehr für fassgelagerte Sours, und unser Brauer hat bei LoverBeer (IT) gelernt. Eine Zusammenarbeit mit einer Brauerei in der Romandie, die sich darauf spezialisiert hat, könnte also interessant für uns sein; dort werden einige wirklich tolle Sours gebraut. Oder die Zusammenarbeit mit einem lokalen Weinhersteller könnte auch funktionieren.

Wir arbeiten gerne mit lokalen Unternehmen zusammen und haben kürzlich mit einem lokalen Käser einen Käse entwickelt, der 2 Monate in unserem Porter-Bier gereift ist. Wir nannten ihn 2PAC (2-month Porter Aged Cheese)

Nennt uns ein perfektes Pairing von einem Bier von euch und einem Menü:

Wieder mit dem Porter: Wir haben mit einem lokalen Restaurant ein Birramisu entwickelt. Im Grunde genommen nimmt man ein beliebiges Tiramisu-Rezept und ersetzt den Likör durch unser Vanilla Porter! Passt auch gut zu 70%+ dunkler Schokolade.

Mein Rat an Hobby-Brauer

  • Erstens: Sucht euch eine Gruppe von Freunden, die gerne Bier trinken und bereit sind, zu eurem Hobby beizutragen. Noch besser: Tretet einem Club bei oder gründet einen selbst, damit ihr mit anderen Hobbybrauern Kriegsgeschichten austauschen können. Beim Brauen geht es genauso sehr um den Austausch wie um die Herstellung des perfekten Biers.
  • Zweitens: Konzentriert euch auf die Perfektionierung eines einzelnen (oder zweier) Bierstile, etwas wie ein Single Hop Pale Ale – oder ein Bier, das ihr gerne jeden Tag trinkt. Im Verlaufe der Herstellung von ein paar Chargen, werdet ihr aus euren Fehlern lernen und ein Verständnis dafür entwickeln, wie verschiedene Prozessfaktoren die Eigenschaften des Biers beeinflussen können. Überlasst das Milkshake, Bubblegum, Mango DIPA den Omnipollos dieser Welt.
  • Lesen. Und zwar viel. Wenn jemand von euch ein Uni-Student ist, nutzt die wissenschaftlichen Journale wie Journal of Inst. Brewing oder Werke von Charles Bamforth. Wenn das zu wissenschaftlich ist, findet etwas auf dem Niveau, das ihr gerne liest, z. B. Material der American Homebrewers Association. Die einzige Möglichkeit, ein besserer Brauer zu werden, besteht darin, zu verstehen, warum und wie sich Änderungen an den Rohstoffen, Rezepten und Prozessen auf das Endprodukt auswirken, und Lesen ist der zeitlich effektivste Weg, dies zu verstehen.    
  • Gebt Geld für Kühlung und Temperaturkontrolle aus. Das macht einen grossen Unterschied für das Geschmacksprofil des Bier.

Biervielfalt ist …

das, was Craft Beer so spannend macht, es ist die Antithese zu grossen multinationalen Brauereien. Sicherlich ist IPA immer noch der beliebteste Stil, aber die Leute geniessen eine grössere Vielfalt als je zuvor.

Sowohl Trinker als auch Brauer sollten darauf achten, Vielfalt nicht gegen Qualität einzutauschen. Wenn ihr ein Bier finden, das ihr mögt, trinkt es oft, denn sonst verschwindet es vielleicht!

Was erhoffst du dir für die CH-Bierszene?

Dass mehr Leute anfangen, Qualitätsbier in ihrer lokalen Bar und ihrem Restaurant zu verlangen. Dass das Wort „Stange“ neu interpretiert wird und Bier nicht mehr das billigste (oder zweitbilligste) und am wenigsten aufregende Getränk auf den meisten Speisekarten ist.

Was erhoffst du dir für die Branche?

Dass irgendwie die grossen Brauereien gezwungen werden, ihre Kontrolle über das Bier ab Fass aufzugeben (sie besitzen oder subventionieren derzeit die meisten Bars und Restaurants und zwingen diese, das neueste Rheinfeldener Spülwasser auszuschenken) und wir mehr Craft Beer sehen, das für jeden zugänglich ist. 

Welches eurer Biere hättest du dem Bierjäger Michael Jackson servieren?

Ich würde ihm unser allererstes kommerzielle und am meisten unterschätzte Bier servieren: Dead Peter – Pale Ale.

Pale Ale’s werden oft neben ihrem grossen Bruder übersehen, aber für mich ist dieses Bier unser am besten konstruierten und ausgewogensten Bier, wahrscheinlich weil wir es am längsten brauen. Es ist die perfekte Balance zwischen hellen Malzsorten und C-Hopfen und ein Bier, von dem ich hoffe, dass es Michael Jackson schmecken würde.

Welche 5 Biere sollte jeder probiert haben, bevor er stirbt?

  • Ein richtiges Trappiste Bier: Ich mag Westvleteren 12
  • Ein richtiges Lambic: Etwas von 3 Fonteinen, Cantillon oder sogar Timmermans
  • Ein fassgereiftes Bier: Es gibt einige grossartige Beispiele in der Schweiz von BFM oder Trois Dames (jetzt leider nicht mehr operativ tätig, aber ich habe einige in meinem Keller)
  • Anchor Steam: Der Granddaddy der US-Craft-Bier-Revolution. (leider jetzt in Konzernhand)
  • Ein Bier von eurer lokalen Brauerei!

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