{"id":2357,"date":"2016-05-11T07:25:18","date_gmt":"2016-05-11T05:25:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bierversuche.ch\/blog\/?p=2357"},"modified":"2021-01-31T15:07:25","modified_gmt":"2021-01-31T14:07:25","slug":"person-interview-mit-johnathan-wakefield-of-j-wakefield-brewing","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bierversuche.ch\/blog\/2016\/05\/person-interview-mit-johnathan-wakefield-of-j-wakefield-brewing\/","title":{"rendered":"Interview mit Johnathan Wakefield von J.Wakefield Brewing"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size\">Er wird auch der Meister der Berliner Weisse genannt. Seine Brauerei f\u00fcgt sich passgenau in den Stadtteil Wynwood in Miami ein. Ja, die Begeisterung \u00fcber die <a href=\"http:\/\/www.jwakefieldbrewing.com\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">J.Wakefield Brauerei<\/a> ist gross. Johnathan Wakefield hatte kaum Zeit sich zu setzen und mit uns zu sprechen, denn da waren Flaschen, die abgef\u00fcllt werden mussten, die L\u00e4utertemperatur musste \u00fcberpr\u00fcft werden. Angesichts von all dem sind wir besonders gl\u00fccklich dar\u00fcber, euch das folgende Interview zu pr\u00e4sentieren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welches deiner Biere h\u00e4ttest du Beerhunter Michael Jackson serviert?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>D.F.P.F., unser Drachen-\/Passionsfrucht Berliner Weisse. Die Farbe ist sehr beeindruckend. Sie ist leicht Rosa wie Fuchsia. Desweiteren ist es ein sch\u00f6n ausgewogenes Bier, mit der S\u00e4ure der Milchs\u00e4urebakterien, ausbalanciert mit der S\u00fcsse der Fr\u00fcchte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ihr braut aber noch weitere Sauerbiere?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Jahr werden wir wohl mindestens 25 verschiedene Sauerbiere produzieren. Doch die zwei Biere f\u00fcr welche ich bekannt bin, sind D.F.P.F. und Miami Madness.<br>Letztes Jahr brauten wir verschiedene Berliner Weisse, eines mit Jeppe von Evil Twin, dem wir Kaffee und Schokolade zugef\u00fcgt haben, eines mit All In Brewing, mit Erdbeeren und Rhabarber und ein anderes mit Other Half aus New York, mit Kumquats und Sternfrucht [auch bekannt als Karambola &#8211; red.].<br>Doch nicht alle unsere Biere sind Collabos. Wir machen viele verschiedene Versionen unserer regul\u00e4ren Berliner Weisse. Wir spielen mit 500 Liter Suden, um herauszufinden wie etwas schmeckt. Wenn es beim Publikum ankommt, dann brauen wir einen gr\u00f6sseren Sud.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Braut ihr jeden Tag?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Unterdessen schon, da wir einen grossen 53 Hektoliter G\u00e4rtank haben. Um diesen zu f\u00fcllen, m\u00fcssen wir drei Mal brauen. Entsprechend fahren wir circa drei bis vier Sude pro Tag.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Erz\u00e4hl mir ein bisschen etwas \u00fcber die Brauerei, die Meilensteine.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am 28. Februar feierten wir das grosse Er\u00f6ffnungsfest. Es dauerte eineinhalb Jahre, in denen wir uns mit dem Staat und der Stadt, den Bauunternehmen und Bauarbeiter rumschlagen mussten.<br>Wir haben im letzten Jahr knapp 1\u2019800 Hektoliter produziert. Wir produzieren ein umfangreiches Sortiment an Bieren, im letzten Jahr waren es etwa 30 verschiedene. Diese Zahl m\u00f6chten wir in diesem Jahr auf 50 erh\u00f6hen. Und dazu werden wir in diesem Jahr wohl knapp 4\u2019200 Hektoliter produzieren, also mehr als doppelt so viel wie im letzten Jahr.<br>Der Anteil an Sauerbieren betrug letztes Jahr etwa 15 Prozent. Diesen steigern wir in diesem Jahr auf 30 Prozent. Daf\u00fcr haben wir ein Sauerbier-Programm gestartet, mit Brettanomyces sowie einem Fasslagerungs-Programm.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie viele Leute arbeiten hier?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In der Brauerei arbeiten vier Leute, inklusive mir. Dann haben wir jemanden im Verkauf und acht Leute im Taproom.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie gross ist eure Unterkapazit\u00e4t?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Oh [seufzt]. Massiv. Wir k\u00f6nnten gut zwei weitere Leute gebrauchen. Und wir h\u00e4tten trotzdem nicht die Produktionskapazit\u00e4t um die Nachfrage zu stillen: Wir k\u00f6nnen gar nicht genug Bier produzieren. Deswegen habe ich den gr\u00f6sseren G\u00e4rtank gekauft, nur um ausreichend El Jefe Hefeweizen und IPA zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wo sind eure Biere erh\u00e4ltlich?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir vertreiben sie nach Fort Lauderdale, Palm Beach, Miami, Key West. 200 Kunden f\u00fchren uns. Das ist alles in Kegs, abgesehen von den Releases in Flaschen, wie D.F.P.F. und die im Fass ausgebauten Biere. Die f\u00fcllen wir auch ab und behalten einen Keg zum Ausschenken in der Brauerei.<br>Wir pr\u00fcfen aktuell den Vertragsbrauer Brew Hub in Lakeland, wo auch Cigar City brauen l\u00e4sst. Die brauen nichts f\u00fcr sich selber, sondern ausschliesslich auf Auftrag. Sie \u00fcbernehmen das Abf\u00fcllen in Flaschen oder B\u00fcchsen f\u00fcr Leute wie mich, die keine Kapazit\u00e4ten daf\u00fcr haben. Wir \u00fcberlegen uns, 950 Hektoliter mehr zu produzieren, ausschliesslich f\u00fcr Flaschen und B\u00fcchsen.<br>Unsere Flaschenabf\u00fcllanlage brauchen wir nur f\u00fcr limitierte Biere. Ich k\u00f6nnte keine 53 Hektoliter abf\u00fcllen. Das w\u00fcrde Wochen dauern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Du w\u00fcrdest sie damit beauftragen, deine Flagship-Biere zu brauen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das ist der Plan. Und sie in B\u00fcchsen abzuf\u00fcllen: Hop For Teacher, unser IPA und El Jefe, unser Hefeweizen mit Kokosnuss. Wir haben auch an 24th Street Brown gedacht. Das sind die Biere, welche wirklich sehr beliebt sind. Unser Amber Bier folgt mit kleinem Abstand.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aus der Perspektive eines Europ\u00e4ers finde ich Amber faszinierend, dass zum Beispiel ein Fat Tire in den USA extrem beliebt ist.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ja, das Bier ist einem Oktoberfest-Bier \u00e4hnlich, einfach eine Amerikanische Version. Es ist zwar ein Ale und kein Lager, aber es hat ein \u00e4hnliches Profil, eine \u00e4hnliche Malzigkeit und ist nicht sehr bitter.<br>Doch niemand ausser mir braut hier ein Amber. Das gleiche gilt f\u00fcr Brown Ale, das auf diesem Markt auch niemand sonst braut. Cigar City hat eines im Sortiment, doch die sind vier Stunden entfernt. Mir haben Brown Ales immer geschmeckt, und ich mochte auch immer das Maduro Oatmeal Brown Ale. Entsprechend einfach war der Entscheid, mein Eigenes zu brauen. Und die Leute lieben es.<br>Wir haben aktuell ein Berliner Weisse in einem G\u00e4rtank, welches wir wohl in B\u00fcchsen abf\u00fcllen werden. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich das jemals bei einem Auftragsbrauer machen w\u00fcrde, weil da doch viel von meinem Hauszeug drinnen ist. Deswegen kaufen wir wohl eine kleine B\u00fcchsenabf\u00fcllung-Anlage um unsere Berliner in B\u00fcchsen abzuf\u00fcllen. Wir leben hier in Miami. Was g\u00e4be es Grossartigeres als am Strand ein Bier mit 3.5% zu trinken, von dem man entsprechend viel trinken kann.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was ist dein \u201cHauszeug\u201d?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mein Haus-Hefestamm und Bakterien welche ich verwende. Die geben meinem Berliner die Charakteristik, welche es von anderen unterscheidet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Woher hast du die erhalten? In der Nachbarschaft mit einer Petrischale rumgerannt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Prinzip [lacht]. Vor etwa sieben Jahren habe ich damit begonnen, diesen Stamm aufzuziehen. Seit da halte ich ihn am Leben und habe ihn irgendwann hierher gez\u00fcgelt. Er hat sich seither nat\u00fcrlich ver\u00e4ndert, aber er gibt unseren Berliner eine Art Unterschrift, die leicht ausserhalb der klassischen Parameter liegt. Die Malzzusammensetzung und wie wir das Bier brauen, ist jedoch sehr klassisch: 50 Prozent Weizen, 50 Prozent Malz, dreistufiges Maischverfahren.<br>Ich habe unsere Hauskultur auch nach New York genommen und bei Captain Lawrence verwendet. Da wir das Bier aber gekocht haben, ist sie abgestorben. Ich habe auch den BrewDog Typen in Schottland dabei geholfen, ihr Sauerbier-Programm aufzuziehen. Ich glaube dazu gibt es viele Tweets und Instagram-Fotos, jetzt wo sie damit beginnen Berliner Weisse auf den Markt zu bringen. Das basiert alles auf meiner Hauskultur.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie ist das passiert?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>BrewDog sind nach Miami gekommen um hier die Show Brew Dogs in Wynwood zu filmen. Ich komme in der Folge auch vor, und sie haben die Brauerei als die Beste in Miami gelistet.<br>Ich meine aber, dass sie das Format der Show jetzt \u00e4ndern werden. Es soll wohl mehr ein Wettbewerb werden, zwischen einem Homebrewer und einem professionellen Brauer. Also fast wie Iron Chef. Das hab\u2019 ich wenigstens so geh\u00f6rt, die Details k\u00f6nnen auch anders sein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>M\u00f6chstest du jeweils etwas kreieren, das einfach zu trinken ist oder lieber etwas, das bis an die Grenzen des M\u00f6glichen geht?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00fcher hab ich immer insistiert, dass ich kein Amber Ale oder Blonde brauen werde. Doch wenn man zu Hause braut, dann vor allem f\u00fcr sich selber, geht an die Grenzen und macht was auch immer man machen m\u00f6chte. Das mache ich hier zwar auch, aber ich braue auch Biere welche die Leute trinken m\u00f6chten.<br>Aber wir experimentieren immer noch und machen Testsude, zum Beispiel haben wir heute ein Stout mit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dulce_de_leche\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Dulce de Leche<\/a> [eine Creme aus Milch, Zucker und Vanille &#8211; red.] gebraut. Die W\u00fcrze hat fantastisch geschmeckt! Und wie bereits erw\u00e4hnt, haben wir auch schon Schokolade und Kaffee einem Sauerbier zugef\u00fcgt: Das war eine Berliner Weisse mit acht Prozent, in welche wir Kakaobohnen und Kaffee reingeworfen haben. Es gab zuvor bereits ein paar Berliner Weisse mit Kaffee, zum Beispiel hat Brewski eines gebraut. Aber ich glaube nicht, dass jemand vor uns ein Berliner mit Kaffee und Schokolade gebraut hat. Entsprechend versuchen wir auch an die Grenzen zu gehen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Auch mit deinen Flagship-Bieren?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Davon haben wir auch verschiedene Versionen hergestellt. Wir stehen auf Comic Books: Miami hat eine Comic Book Messe, f\u00fcr welche wir ein Pfirsich IPA und ein anderes Mal ein Apfel Zimt IPA gebraut haben. Im Juni findet die n\u00e4chste Durchf\u00fchrung statt, und wir m\u00fcssen uns etwas Neues \u00fcberlegen. Sie m\u00f6gen IPA, also wird es irgend eine IPA-Version sein.<br>Das El Jefe lasse ich aber in Ruhe. Da ist bereits Kokosnuss drinnen, noch mehr damit rumspielen k\u00f6nnte zu viel sein. Vom Brown Ale machen wir sehr viele verschiedene Versionen. Es ist ein grossartiges Grundbier um damit zu spielen, und es l\u00e4sst viele Variationen zu.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was hat dich dazu bewegt, nicht mehr nur Homebrewer sondern Profibrauer zu sein?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Homebrewing war f\u00fcr mich, wie f\u00fcr jeden anderen auch, ein Hobby. Ich nahm immer mehr an Festivals Teil, und bald begannen die Leute nach mehr meiner Biere zu verlangen. Irgendwann wurde dann daraus: Hey, du solltest eine Brauerei er\u00f6ffen. Irgendwann meinte ich: Okay.<br>Ich habe meine Stelle gek\u00fcndet und ging zu Cigar City arbeiten &#8211; das war vor \u00fcber drei Jahren. Darauf ging ich kurz zu Stone, bevor ich dann hierher zur\u00fcck kam und die Brauerei er\u00f6ffnete.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Auch Ryan von Funky Buddha hat Cigar City erw\u00e4hnt, die Gemeinschaft scheint also zu funktionieren.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die sind sehr empf\u00e4nglich und offen: Ich habe ihnen mit meiner Arbeitskraft geholfen, und sie haben mir dabei geholfen zu lernen wie man professionell braut. Wir hatten beide etwas davon.<br>Ich kenne Joey und Lane schon seit sie die Brauerei er\u00f6ffneten, damals 2009. Damals war ich noch ein Bier Geek, der zuhause gebraut hat. F\u00fcr jeden Bier-Release bin ich nach Tampa gefahren, also jedes dritte Wochenende, den ganzen Weg von Miami nach Tampa.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie sieht es mit der Gemeinschaft hier in Wynwood aus?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die w\u00e4chst, und auch die Gegend ist am Wachsen. Die Wynwood Brauerei war die erste hier und besteht seit zwei Jahren. Dann ist da noch M.I.A. Brewing, die sind aber weiter entfernt in Homestead. Ich glaube die gibt\u2019s schon l\u00e4nger als Wynwood. Danach kamen wir, und im letzten Jahr hat Concrete Beach er\u00f6ffnet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das alles ist, angesichts der Gr\u00f6sse von Miami, erst sp\u00e4t passiert.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sehr sp\u00e4t. Ich liebe Miami und ich lebe schon mein ganzes Leben lang hier. Doch Miami hinkt allem immer hinterher. Nicht nur bez\u00fcglich Bier, auch bez\u00fcglich Essen. Die Food Truck Szene hat hier drei oder vier Jahre sp\u00e4ter als im Rest des Landes angefangen. Auch die Idee vom \u201cFarm to table\u201d begann hier viel sp\u00e4ter als an anderen Orten. Gleich war es beim Bier, obwohl wir hier schnell nachholen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hast du eine Erkl\u00e4rung daf\u00fcr, weswegen Miami allem immer hinterher hinkt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nein, nicht wirklich. Vielleicht sind wir so weit im S\u00fcden, dass es einfach eine Frage der Geographie ist, warum hier alles zuletzt ankommt. Doch jeder unterst\u00fctzt jeden, und Bier hat definitiv Fuss gefasst, angesichts des stabilen Kundenstamms den wir haben. Und Funky Buddha hebt ab &#8211; die sind unterdessen riesig. Entsprechend glaube ich, dass es von nun an nur noch gr\u00f6sser wird.<br>Es hat mich immer wahnsinnig gemacht, wenn ich nach San Diego gereist bin, eine Stadt mit zwei Millionen Einwohnern und 120 Brauereien. Miami hat sieben Millionen Einwohner und f\u00fcnf Brauereien. Deswegen war ich mir sicher, dass hier ein Wachstumspotential vorliegt. Ich bin mir sicher, dass mehr Brauereien dazu kommen und ich m\u00f6chte das auch.<br>Aktuell stehen drei, wenn nicht sogar mehr, Brauereien in Miami kurz vor der Er\u00f6ffnung. In den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren wird die Zahl auf zwanzig Brauereien anwachsen. Das w\u00e4re grossartig. Gleichzeitig aber k\u00f6nnte diese Gegend noch viele Brauereien mehr tragen; auch angesichts, dass Miami ein Schmelztiegel von Kulturen und Gemeinschaften ist, mit Leuten aus S\u00fcdamerika sowie Leuten aus dem Norden die hierher kommen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was meinst du wird dein Platz in der Szene sein, wenn Miami f\u00fcnfzehn Brauereien hat?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind an der Spitze. Die f\u00fcnf Brauereien, welche in den letzten zwei Jahren er\u00f6ffnet haben, werden immer noch hier sein, einfach gr\u00f6sser als sie das jetzt sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W\u00fcrdest du eine Nische besetzen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte, dass die Brauerei so bleibt wie sie ist, eher ausserhalb des Normalen. Wenn ich st\u00e4ndig nur klassische Stile und klassische Interpretationen brauen m\u00fcsste, w\u00fcrde es mir langweilig werden. Das w\u00fcrde nicht zu mir passen, da ich st\u00e4ndig etwas Anderes ausprobieren m\u00f6chte.<br>Selbst wenn wir irgendwann aus dieser Lokalit\u00e4t hinauswachsen, m\u00f6chte ich den Standort beibehalten. Wir werden noch eine lange Zeit hier bleiben, aber irgendwann werden wir einen neuen Ort ben\u00f6tigen, um unsere Standardbiere zu brauen. Dann werde ich diese Lokalit\u00e4t in eine f\u00fcr Experimente verwandeln, f\u00fcr mehr Sauerbiere und Biere ausserhalb der Norm.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Du hast die kulturelle Durchmischung bereits angesprochen, und ich habe geh\u00f6rt, dass Miami als die inoffizielle Hauptstadt der Latinos bezeichnet wird. Wie zeigt sich das bei deinen G\u00e4sten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das zeigt sich deutlich. Ich meine, dass die Mehrheit unsere G\u00e4ste Lateinamerikanisch ist. Und einen Teil des Einflusses kannst du in unseren Bieren erkennen: Dulce de Leche ist typisch f\u00fcr Argentinien und Uruguay. Wir brauen oft mit Drachenfrucht oder Passionsfrucht, Mangos oder Guava. El Jefe ist auch ein sehr an Miami angepasstes Bier. Wenn man die Kokosnuss weglassen w\u00fcrde, w\u00e4re es ein sehr klassisches Hefeweizen. Da ich kein grosser Fan von Nelken bin, schaue ich, dass das Bier eher Bananen-Ester entwickelt. Mischt man nun die Kokosnuss mit diesen Bananen-Esters, kommt dabei dieses tropische Hefeweizen heraus, das sehr zu Miami passt. Auch weil wir hier so weit im S\u00fcden und nicht so weit weg von der Karibik sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Und hier in Florida zu sein, macht die Beschaffung von solchen Fr\u00fcchten sicherlich einfacher.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Absolut. Ich wohne nur 30 Minuten von den Landwirtschaftsgebieten entfernt, dort wo alle Fr\u00fcchte wachsen. F\u00fcr mich ist es also nicht so aufw\u00e4ndig diese Biere zu brauen. W\u00e4re ich in Michigan, w\u00e4re das viel schwieriger. Aber sollte ich ein Kirschen Bier brauen wollen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hast du direkte Gesch\u00e4ftsbeziehungen mit Bauern?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Klar. Gerade heute ist einer vorbei gekommen und hat uns Sternfrucht und Kumquats geliefert. Und unsere Treber k\u00f6nnen wir an einen Bauern abgeben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>W\u00e4hrend wir hier miteinander sprechen, schaut Mr. Vader auf uns herab. Was kannst du uns \u00fcber die Kunst in deiner Brauerei erz\u00e4hlen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin ein riesengrosser Star Wars und Comic Books Fan. Wir haben die Laterne von Green Lantern und den Ring. Wir haben Thor\u2019s Hammer und ein Captain America Schild.<br>Die Nachbarschaft ist sehr eklektisch und tief mit Kunst verwurzelt. Als wir die Brauerei er\u00f6ffnet haben, habe ich eine lokalen K\u00fcnstler eingeladen um ein Wandbild zu malen. Es dreht sich um Star Wars, und ich wollte etwas im Zusammenhang mit der Szene im Wirtshaus. Mir gef\u00e4llt das Bild sehr. Und auch wenn uns das mehr Aufmerksamkeit beschert hat, war es vor allem etwas das ich selber haben wollte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Du hast dir eigentlich deine eigene M\u00e4nnerh\u00f6hle gebaut.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ja! [lacht] Aber genau das wollte ich. Wenn ich an meinem eigenen Ort abh\u00e4nge, dann m\u00f6chte ich, dass es mir dort auch gef\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Du hast erz\u00e4hlt, dass ihr am Samstag Flaschen verkauft. Wie viele Whalez [Slang f\u00fcr rare Biere &#8211; red.] J\u00e4ger werden aufkreuzen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr dieses Bier wahrscheinlich ziemlich viele, da es eines unserer am besten bewerteten Biere ist. Auf Ratebeer wurde es zu einem der besten 50 neuen Biere der Welt erkl\u00e4rt. Daf\u00fcr haben wir einen Ratebeer-Award erhalten, dann einen f\u00fcr die beste neue Brauerei in Florida und einen f\u00fcr die zweitbeste Brauerei weltweit.<br>Diese Awards zu bekommen hat mich schockiert. 2015 gingen 5\u2019600 neue Brauereien auf. Die Nummer zwei zu sein ist einfach&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>So eine grosse \u00dcberraschung kann das aber nicht gewesen sein, hast du doch immer viel Anerkennung erhalten.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Klar. Ich habe Freunde in Schweden, und wir liefern Bier dort hin. Sie kommen mich auch besuchen. Auch die BrewDog Typen wollen, dass ich exportiere, daf\u00fcr mache ich aber nicht ausreichend Bier. Die Brauerei ist mehr als ein US-Ding. Obschon die Leute hier uns gut kennen, haben wir eine gr\u00f6ssere Reichweite, und das ist auch gut so.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was w\u00fcrdest du zuerst tun: Neue Kunden in den USA annehmen oder Biere in andere L\u00e4nder liefern?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben bereits Kunden ausserhalb von Florida, da Miami immer noch ein wachsender Markt ist. Von unseren zwei Kernbieren k\u00f6nnen wir nicht genug herstellen. Wir produzieren aber noch viele weitere Sorten. Diese in einem noch jungen Markt los zu werden, ist schwierig. Wir produzieren Biere de Garde, Hefeweizen, Belgische Quad, Tripel und Dubbel. Viele Leute hier in Florida haben noch nie etwas von diesen Bierstilen geh\u00f6rt.<br>Deswegen mussten wir diese in M\u00e4rkten verkaufen, welche schon mehr Erfahrung haben. Entsprechend liefern wir Biere nach San Diego und haben st\u00e4ndig Lieferungen nach New York City und Richmond, Virginia ans Mekong Restaurant. In New York beliefern wir T\u00f8rst, wo wir im November ein Taptakeover durchf\u00fchrten. Ich werde bald wieder nach New York reisen, mit Other Half brauen und nochmals einen Taptakeover durchf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ihr wart f\u00fcr die Copenhagen Beer Celebration vor zwei Jahren und auch im letzten Jahr angek\u00fcndigt, habt aber beide Jahre nicht teilgenommen. Entsprechend meine Frage: Werdet ihr in diesem Jahr dabei sein?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mikkel hat mich in diesem Jahr nicht eingeladen. Vor einem Jahr haben wir gerade erst die Brauerei er\u00f6ffnet, weswegen es f\u00fcr mich absolut unm\u00f6glich war die Brauerei zu verlassen. In diesem Jahr w\u00e4re es ein bisschen einfacher gewesen. Aber das Timing war schlecht, weil die CBC fast zeitgleich mit unserer CBC [Craft Brewer\u2019s Conference &#8211; red.] stattfindet. Ich werde in Philadelphia sein und m\u00fcsste direkt von da nach D\u00e4nemark fliegen.<br>Vielleicht werde ich aber in Kopenhagen sein und wenn nicht ich, dann zumindest meine Biere. Ich nehme an einem von Jeppe organisierten Anlass teil. Er f\u00fchrt das Sour&amp;Bitter Fest am 12. Mai durch. Daf\u00fcr sende ich 20 verschiedene Kegs von Sauerbieren nach D\u00e4nemark. Jeppe meint nun, ich m\u00fcsse auch kommen, und ich werd\u2019s versuchen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was wirst du am 23. April 2016 machen, am 500 Jahre Jubil\u00e4um des Reinheitsgebotes?<\/strong><br>Wir brauen ein Lager. Jetzt h\u00e4tten wir n\u00e4mlich die Lagerkapazit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben schon einmal ein Lager gebraut, einen Doppelbock. Und ich habe sehnlichst auf die gr\u00f6sseren Tanks gewartet, damit wir \u00f6fters Lager brauen k\u00f6nnen, zum Beispiel ein Pilsner oder einen weiteren Doppelbock. Es gibt so viele verschiedene M\u00f6glichkeiten, weswegen ich unbedingt mehr Lager brauen m\u00f6chte.<br>Somit ist das vielleicht genau der richtige Zeitpunkt f\u00fcr ein Pilsner. Ich h\u00e4tte da tollen Bavarian Mandarina Hopfen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie einfach ist es f\u00fcr dich an Hopfen zu kommen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir konnten ganz gute Vertr\u00e4ge abschliessen. Nat\u00fcrlich bekomme ich keinen Nelson oder Galaxy, aber ich habe tonnenweise Citra und Mosaic. Ich brauche tonnenweise Citra, weil das der Hauptbitterhopfen in unserem IPA ist. Zum Mosaic sind wir per gl\u00fccklichem Zufall gekommen, und wir haben gerade erst ein Pale Ale mit Mosaic gebraut.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>F\u00fcr mich gibt es ein bisschen einen Herdentrieb: Eine Hopfensorte taucht auf, alle loben den Hopfen in den Himmel und benutzen ihn, bevor er wieder verschwindet, sobald der n\u00e4chste Hopfen auftaucht.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das passierte im letzten Jahr mit Equinox und Azacca. Ich konnte Equinox bekommen und es ist wirklich ein toller Hopfen. Aber wird er Citra ersetzen? Ich glaube nicht.<br>Es gibt st\u00e4ndig neue Hopfensorten. Also rufe ich meinen Hopfenlieferanten an und frage: Was gibt\u2019s Neues? Welche Aromen? Es ist fast wie in einem S\u00fcsswarenladen. Und basierend auf diesem Gespr\u00e4ch musst du die Hopfen f\u00fcr das n\u00e4chste Jahr bestellen. Und einige der Sorten werden super beliebt, unter all den weiteren Sorten die ver\u00f6ffentlicht werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Manchmal tut mir Cascade fast leid. An Cascade ist doch nichts auszusetzen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Und ich verwende Cascade immer noch oft. Es ist ein grossartiger Hopfen. Das Gleiche gilt f\u00fcr Centennial. Die Leute haben diese Hopfen wegen Galaxy, Nelson, Mosaic und Equinox fast vergessen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ja, es gibt so viele grossartige, fast vergessene Hopfensorten wie Warrior oder Galena.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die verwende ich beide. Ich verwende auch immer noch eine Menge von Magnum, Fuggles oder Hallertau. Ich verwende auch viele Nobelhopfensorten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nun unsere letzte Frage: Welche f\u00fcnf Biere sollen die Leute probieren bevor sie sterben?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das ist eine schwierige Frage.<br>Toppling Goliath Kentucky Brunch.<br>Irgend eines der Churchill\u2019s Finest Hour von Lost Abbey. Sie ver\u00f6ffentlichen ein Mal im Jahr ein paar Flaschen f\u00fcr ein Restaurant in San Marcos, und die sind immer ph\u00e4nomenal.<br>Nat\u00fcrlich D.F.P.F., das sollten die Leute auch probieren.<br>Cantillon Loerik. Ich hatte das Bier das letzte Mal vor sechs Jahren, und das war einfach unglaublich.<br>Und ich hoffe irgendwann einmal ein Flasche von \u201cIsabelle Proximus\u201d zu bekommen, die Collaboration zwischen Dogfish, Lost Abbey, Avery, Allagash und Russian River.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bem\u00fchst du dich aktiv um Biere oder bekommst du sie einfach so?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00fcher musste ich Biere im Tauschhandel erwerben, und mich um sie bem\u00fchen. Unterdessen schicken mir die Leute Biere.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zu welchem Anteil trinkst du eigene Biere und diejenigen von anderen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich trinke wohl mehr Biere von anderen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Warum?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Keine Ahnung. Ich mag nat\u00fcrlich meine eigenen Stouts und sauren Biere, und wenn\u2019s darum geht was ich zu meinem \u201cHausbier\u201d erkl\u00e4ren m\u00fcsste, dann w\u00e4re das mein Brown Ale oder Dunkelweizen. Die haben nur zwischen f\u00fcnf bis sechs Prozent, so dass ich sie einfach geniessen kann. Gleichzeitig aber brauen wir auch hochprozentigere Biere.<br>Aber, um ehrlich zu sein, mir gef\u00e4llt es die Biere von anderen zu probieren. Meine eigenen Biere trinke ich die ganze Zeit schon.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Das Interview fand am 25. Februar 2016 in der Brauerei statt.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Er wird auch der Meister der Berliner Weisse genannt. Seine Brauerei f\u00fcgt sich passgenau in den Stadtteil Wynwood in Miami ein. Ja, die Begeisterung \u00fcber die J.Wakefield Brauerei ist gross. 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